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Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Die Zinsbindung Ihres Darlehens läuft in einigen Jahren aus – und plötzlich liegt ein Brief der Bank auf dem Tisch mit einem Prolongationsangebot. Viele Immobilienbesitzer und Kapitalanleger unterschätzen, wie viel Spielraum sie in diesem Moment noch haben und wie teuer Abwarten werden kann. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wann der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist, welche Optionen Sie haben und wie Sie Ihre Anschlussfinanzierung so gestalten, dass sie zu Ihrer Lebenssituation passt.

Was bedeutet Prolongation bei der Baufinanzierung?

Der Begriff Prolongation kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie Verlängerung. Im Kontext der Baufinanzierung bezeichnet er die Verlängerung Ihrer bestehenden Darlehensvereinbarung mit Ihrer bisherigen Bank zu neuen – hoffentlich günstigen – Konditionen. Am Ende einer Zinsbindungsfrist ist Ihr Restdarlehen in der Regel noch nicht vollständig getilgt, und Sie benötigen eine Anschlussfinanzierung, für die verbleibende Restschuld.

Die Prolongation ist dabei die einfachste Form der Anschlussfinanzierung, weil Sie bei Ihrer bisherigen Bank bleiben und keine neue Kreditprüfung und Änderung der Grundschuld erforderlich ist. Das spart Notarkosten und Aufwand. Allerdings bedeutet einfach nicht automatisch günstig – und genau hier liegt der entscheidende Punkt: Ein Prolongationsangebot Ihrer Bank ist häufig nicht das beste Angebot auf dem Markt. Wer das vergleicht und früh genug handelt, schützt sein Geld.

Was Sie wissen sollten:
Die Prolongation ist die Verlängerung Ihres Darlehens mit der bisherigen Bank nach dem Ende der Zinsbindung. Sie ist bequem – aber nicht immer das günstigste Angebot. Ein frühzeitiger Vergleich lohnt sich deshalb fast immer.

Wann sollten Sie sich um die Anschlussfinanzierung kümmern?

Die Antwort auf diese Frage überrascht viele: deutlich früher, als die meisten Immobilienbesitzer denken. Viele warten, bis das Prolongationsangebot der Bank ins Haus flattert – und das kann bedeuten, dass sie nur noch wenige Wochen oder Monate Zeit haben, um Alternativen zu prüfen. Dabei verlieren sie wertvolle Verhandlungsmacht und oft auch bares Geld.

Als Faustregel gilt: Beginnen Sie spätestens zwölf Monate vor dem Ende Ihrer Zinsbindung damit, sich aktiv um Ihre Anschlussfinanzierung zu kümmern. Noch besser ist es, mit dem Vergleich bereits 18 bis 24 Monate vorher zu starten, denn dann haben Sie die Möglichkeit, ein sogenanntes Forward-Darlehen abzuschließen, das die heutigen Konditionen für die Zukunft sichert. Gerade in Phasen, in denen Zinsen auf einem vergleichsweise attraktiven Niveau liegen, kann diese Weitsicht viele tausend Euro sparen.

Für Vermieter und Kapitalanleger mit mehreren Immobilien gilt dieser Grundsatz besonders stark: Wer Cashflows plant und Renditen kalkuliert, braucht Planungssicherheit. Schon eine Zinserhöhung von einem halben Prozentpunkt auf eine Restschuld von 200.000 Euro bedeutet über zehn Jahre einen spürbaren Mehraufwand, der Ihre Rentabilitätsrechnung deutlich verändert.

Tipp für Kapitalanleger
Prüfen Sie Ihre Darlehensverträge jetzt auf die jeweiligen Zinsbindungsfristen. Legen Sie sich einen KalenderReminder 24 Monate vor dem Auslaufdatum, damit Sie rechtzeitig in die Vergleichsphase einsteigen und die bestmöglichen Konditionen sichern.

Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen – Ihre Optionen

Wenn das Ende der Zinsbindung näher rückt, haben Sie grundsätzlich drei Wege, die Sie miteinander vergleichen sollten. Der richtige Weg hängt von Ihrer persönlichen Situation, dem aktuellen Zinsniveau und Ihrer Restschuld ab.

Option 1: Die Prolongation bei der bisherigen Bank

Die Prolongation ist der Weg des geringsten Widerstands. Ihre Bank schickt Ihnen ein Angebot, Sie stimmen zu, und alles läuft weiter wie gehabt – mit neuen Konditionen. Der Vorteil: kein Bankwechsel, keine neue Grundschuldbestellung, kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Der Nachteil: Ihre bisherige Bank weiß, dass ein Wechsel für viele Kunden unbequem ist, und hat daher keinen großen Anreiz, von Anfang an das günstigste Angebot zu machen. Oft lässt sich durch Verhandlung oder durch das Vorlegen eines Konkurrenzangebots noch etwas herausholen.

Option 2: Die Umschuldung zu einer anderen Bank

Bei der Umschuldung wechseln Sie am Ende der Zinsbindung zu einem anderen Anbieter. Das bedeutet etwas Mehraufwand: Sie müssen Ihre Finanzierungsunterlagen neu einreichen, und es entstehen Kosten für die Abtretung der Grundschuld. Dennoch kann sich die Umschuldung lohnen, wenn der Zinsvorteil die einmaligen Kosten überwiegt – was bei einer Laufzeit von zehn Jahren und einer nennenswerten Restschuld fast immer der Fall ist.

Option 3: Das Forward-Darlehen

Ein Forward-Darlehen sichert Ihnen die heutigen Zinsen für eine Finanzierung, die erst in der Zukunft beginnt – in der Regel bis zu 60 Monate im Voraus. Sie zahlen dafür einen Aufschlag auf den aktuellen Zinssatz, der je nach Bank und Vorlaufzeit in der Regel zwischen 0,01 und 0,03 Prozentpunkten pro Monat liegt. Wenn Sie erwarten, dass die Zinsen bis zum Auslaufen Ihrer Zinsbindung steigen werden, schützt Sie das Forward-Darlehen vor dieser Entwicklung und gibt Ihnen die Planungssicherheit, die Sie für Ihre Kalkulation brauchen.

Persönliche Beratung vereinbaren

Prüfen Sie, welche Option zu ihrer Situation passt. Die TARGOBANK berät Sie persönlich und unverbindlich gemeinsam mit unserem Finanzierungspartner der Oldenburgischen Landesbank – damit Sie die Weichen für Ihre Immobilie richtig stellen.

Besonderheiten für Vermieter und Kapitalanleger

Wer Immobilien nicht selbst bewohnt, sondern vermietet oder als Kapitalanlage hält, steht bei der Prolongation vor einer anderen Ausgangslage als ein Eigenheimbesitzer. Die Finanzierungskosten wirken sich direkt auf die Rendite aus, und bereits kleine Unterschiede im Zinssatz können über eine zehnjährige Laufzeit einen erheblichen Unterschied in der Gesamtkalkulation bedeuten. Für Sie als Kapitalanleger ist die Prolongation daher kein reines Verwaltungsthema, sondern eine strategische Entscheidung.

Ein weiterer Aspekt betrifft die steuerliche Behandlung der Finanzierungskosten. Zinsen, die Sie für ein vermietetes Objekt zahlen, können Sie als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend machen. Das bedeutet: Eine höhere Zinsbelastung verringert zwar Ihre Nettorendite, mindert aber gleichzeitig Ihre Steuerlast. Trotzdem gilt auch hier, dass ein günstigerer Zins durch eine frühzeitige Prolongation oder Umschuldung langfristig vorteilhafter ist. Lassen Sie sich im Zweifel von einem Steuerberater und einem Finanzierungsexperten begleiten, damit Sie beide Perspektiven im Blick haben.

Wenn Sie mehrere Immobilien finanzieren, empfiehlt es sich außerdem, die Zinsbindungsfristen Ihrer Darlehen zu koordinieren. Laufen alle Verträge gleichzeitig aus, entsteht ein hoher Verhandlungs- und Verwaltungsaufwand in kurzer Zeit. Gestaffelte Laufzeiten hingegen geben Ihnen die Möglichkeit, flexibel auf das jeweilige Zinsniveau zu reagieren und Ihre Liquidität besser zu steuern.

Wichtiger Hinweis für Kapitalanleger
Warten Sie nicht darauf, dass Ihre Bank von sich aus auf Sie zukommt. Banken sind gesetzlich verpflichtet, Sie spätestens drei Monate vor dem Ende der Zinsbindung zu informieren. Bis dahin liegt jedoch viel Zeit brach, in der Sie günstigere Konditionen hätten sichern können – besonders wenn Sie ein Forward-Darlehen in Betracht ziehen.

Ein Rechenbeispiel: Was früh handeln bedeuten kann

Um zu verstehen, warum der Zeitpunkt der Anschlussfinanzierung so wichtig ist, hilft ein konkretes Zahlenbeispiel. Stellen Sie sich vor, Ihre Restschuld nach zehn Jahren Zinsbindung beträgt 180.000 Euro, und Sie haben die Wahl zwischen zwei Angeboten für die nächste Zinsbindungsperiode von ebenfalls zehn Jahren.

Szenario Restschuld Zinssicherheit Monatliche Rate Gesamtkosten Zinsen (10 Jahre)
Angebot der Hausbank (Prolongation) 180.000 Euro 3,80 % ca. 1.050 Euro ca. 30.600 Euro
Günstigeres Angebot (Umschuldung oder Verhandlung) 180.000 Euro 3,20 % ca. 970 Euro ca. 25.800 Euro
Ersparnis durch frühzeitigen Vergleich -0,60 % ca. 80 Euro/Monat ca. 4.800 Euro

Repräsentatives Beispiel für Oldenburgische Landesbank AG bei Vermittlung durch TARGOBANK AG, Kasernenstr. 10, 40213 Düsseldorf, Bonität vorausgesetzt 3,92 % gebundener Sollzins / 4,02 % effektiver Jahreszins / 10 Jahre Sollzinsbindung. Nettodarlehensbetrag: 300.000 € zu zahlender Gesamtbetrag: 492.840 € (333 Raten, Laufzeit 27 Jahre 9 Monate). Höhe der Rate: 1.480 € erstrangige Besicherung des Darlehens durch Grundschuld erforderlich.

Hinweis: Es handelt sich hier um eine exemplarische und fiktive Beispielrechnung mit angenommenen Werten und Zinsdaten. Preise und Zinssätze können je nach Marktsituation variieren.

Das Beispiel zeigt: Schon ein Zinsunterschied von 0,60 Prozentpunkten ergibt über zehn Jahre eine Ersparnis von rund 4.800 Euro – und das allein durch einen frühzeitigen Vergleich. Für Kapitalanleger mit mehreren Objekten multipliziert sich dieser Effekt entsprechend. Wer heute handelt, setzt sich in eine deutlich bessere Verhandlungsposition, weil er Zeit hat, Angebote einzuholen, zu vergleichen und gegebenenfalls mit der bisherigen Bank nachzuverhandeln.

Die häufigsten Fehler bei der Anschlussfinanzierung

Viele Immobilienbesitzer und Anleger machen bei der Anschlussfinanzierung vermeidbare Fehler, die sie langfristig Geld kosten. Wenn Sie diese Fehler kennen, können Sie sie konsequent umgehen.

Fehler 1: Zu spät anfangen

Der häufigste Fehler ist, erst dann aktiv zu werden, wenn das Prolongationsangebot der Bank bereits vorliegt. Zu diesem Zeitpunkt haben Sie in der Regel nur noch wenige Wochen Zeit, um Alternativen zu prüfen. Wer 18 bis 24 Monate früher startet, kann dagegen in Ruhe vergleichen, ein Forward-Darlehen abschließen oder mit seiner Bank in eine echte Verhandlung eintreten.

Fehler 2: Das erste Angebot annehmen

Das Prolongationsangebot der bisherigen Bank klingt oft vertraut und seriös – aber es ist selten das günstigste. Holen Sie sich mindestens zwei bis drei Vergleichsangebote ein, bevor Sie unterschreiben. Schon die Aussicht auf einen möglichen Bankwechsel motiviert viele Banken dazu, ihre Konditionen nachzubessern.

Fehler 3: Nur auf den Zinssatz achten

Der Zinssatz ist wichtig, aber nicht der einzige Faktor. Achten Sie auch auf die Tilgungsflexibilität, die Möglichkeit von Sondertilgungen und die Laufzeit der neuen Zinsbindung. Wer zum Beispiel plant, die Immobilie in einigen Jahren zu verkaufen oder stärker zu tilgen, braucht andere Konditionen als jemand, der langfristig vermietet.

Fehler 4: Die Restschuld nicht prüfen

Vor der Prolongation sollten Sie Ihren aktuellen Tilgungsplan genau kennen. Wie hoch ist die Restschuld zum Ende der Zinsbindung? Haben Sie in der Vergangenheit Sondertilgungen geleistet, die die Restschuld reduziert haben? Diese Zahl bildet die Grundlage für alle weiteren Berechnungen und Vergleiche.

Tipp: Sondertilgungsrechte nutzen
Viele Darlehensverträge erlauben während der Zinsbindung jährliche Sondertilgungen in Höhe von fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme. Wenn Sie zum Zinsbindungsende noch liquide Mittel haben, kann eine Sondertilgung die Restschuld reduzieren und ihre monatliche Rate senken. Zum Ende der Zinsbindung können Sie auch über die vereinbarte Sondertilgungsoption hinaus Ihre Restschuld reduzieren und nur noch den verbleibenden Darlehensbetrag zu neuen Konditionen prolongieren.

Ihre Checkliste für die Anschlussfinanzierung

Mit der folgenden Übersicht behalten Sie alle wichtigen Schritte im Blick und stellen sicher, dass Sie rechtzeitig und gut vorbereitet in die Anschlussfinanzierung gehen.

  • 24 Monate vor Ablauf: Zinsbindungsende im Kalender vermerken, Marktentwicklung beobachten und prüfen, ob ein Forward-Darlehen sinnvoll ist.
  • 18 Monate vor Ablauf: Restschuld aus dem aktuellen Tilgungsplan ermitteln und erste Vergleichsangebote einholen.
  • 12 Monate vor Ablauf: Konditionen intensiv vergleichen, Banken gegeneinander ausspielen und Verhandlungsgespräche führen.
  • 6 Monate vor Ablauf: Entscheidung treffen – Prolongation, Umschuldung oder Forward-Darlehen – und Vertrag abschließen.
  • 3 Monate vor Ablauf: Alle Unterlagen prüfen, Grundschuldabtretung falls nötig beauftragen und Fristen überwachen.
  • Bei Umschuldung: Kosten für Grundschuldabtretung gegen Zinsvorteil gegenrechnen und Wechsel sauber dokumentieren.

Lassen Sie sich jetzt unverbindlich beraten

Die TARGOBANK begleitet Sie gemeinsam mit unserem Finanzierungspartner OLB durch alle Phasen Ihrer Anschlussfinanzierung – Sprechen Sie mit unseren Expertinnen und Experten und finden Sie heraus, welche Option zu Ihren Zielen passt.

Häufige Fragen zur Anschlussfinanzierung

Fazit: Wer früh plant, gewinnt

Die Anschlussfinanzierung ist mehr als eine administrative Pflichtaufgabe – sie ist eine echte Gestaltungsmöglichkeit für Ihre Immobilienfinanzierung. Wer rechtzeitig, das heißt 18 bis 24 Monate vor dem Ende der Zinsbindung, aktiv wird, hat die besten Chancen, günstige Konditionen zu sichern, in Ruhe zu vergleichen und gegebenenfalls zu wechseln oder erfolgreich nachzuverhandeln.

Für Vermieter und Kapitalanleger gilt das noch stärker, weil die Finanzierungskosten direkt die Rendite beeinflussen und Planungssicherheit einen eigenen Wert hat. Nutzen Sie das Sonderkündigungsrecht nach zehn Jahren, prüfen Sie Forward-Darlehen in Zeiten eines günstigen Zinsniveaus und lassen Sie sich nicht vom ersten Angebot Ihrer Bank blenden.

Bei unserem exklusiven Baufinanzierungspartner, der Oldenburgischen Landesbank (OLB), haben wir Zugang zu attraktiven Konditionen, die wir Ihnen gerne vermitteln. Im Falle eines Abschlusses ist daher die OLB Ihr Vertragspartner. Den genauen Leistungsumfang entnehmen Sie bitte den Finanzierungsbedingungen der OLB.