Neben dem Schufa-Score ist die Haushaltsrechnung das zweite große Prüfkriterium bei der Baufinanzierung. Sie zeigt, ob
Ihr monatliches Einkommen nach Abzug aller Ausgaben ausreicht, um die geplante Kreditrate nachhaltig zu bedienen – und
dabei noch ausreichend finanziellen Spielraum zu lassen. Banken erstellen diese Rechnung nach internen Vorgaben und
verwenden dabei teils Pauschalen, die von Ihrer tatsächlichen Lebenssituation abweichen können.
Auf der Einnahmenseite zählen Nettoeinkommen aus abhängiger Beschäftigung, Mieteinnahmen, Kindergeld und
gegebenenfalls Unterhaltszahlungen. Auf der Ausgabenseite berücksichtigen Banken Lebenshaltungskosten (oft anhand
von Pauschalen), bestehende Kredit- und Leasingraten, Versicherungen sowie die zukünftige Immobilienrate selbst. Aus der
Differenz ergibt sich, ob die Finanzierung für Sie tragbar ist.
Viele Erstkäufer und Familien unterschätzen, wie kritisch dieser Schritt ist. Wer seine eigene Haushaltsrechnung kennt und
gut aufbereitet, kann in einem Bankgespräch überzeugender auftreten – und manchmal sogar günstigere Konditionen
aushandeln, weil die finanzielle Transparenz Vertrauen schafft.
So sieht eine einfache Muster-Haushaltsrechnung aus
- Einnahmen: Nettoeinkommen 3.800 Euro + Kindergeld 250 Euro = 4.050 Euro
- Ausgaben: Lebenshaltung 1.500 Euro + laufende Rate Auto-Leasing 280 Euro + Versicherungen 120 Euro = 1.900 Euro
- Verfügbarer Betrag für die Rate: 2.150 Euro
Als Faustregel gilt: Die monatliche Kreditrate sollte nicht mehr als 35–40 Prozent des Nettoeinkommens betragen, damit
genug Puffer für unvorhergesehene Ausgaben bleibt.
Bereiten Sie Ihre eigene Haushaltsrechnung ehrlich und vollständig vor. Notieren Sie alle regelmäßigen Ausgaben –
inklusive Streamingdienste, Sportmitgliedschaften und saisonale Kosten wie Urlaub oder Weihnachten. Diese Transparenz
hilft Ihnen selbst dabei einzuschätzen, welche monatliche Rate Sie langfristig komfortabel tragen können, ohne Ihren
gewohnten Lebensstandard grundlegend einschränken zu müssen.