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Prolongation oder Umschuldung? So entscheiden Sie richtig

Die Zinsbindung Ihres Immobiliendarlehens läuft in den nächsten Monaten aus – und plötzlich stehen Sie vor einer Entscheidung, die Ihre Finanzen für die nächste Dekade prägt. Sollen Sie einfach beim bisherigen Kreditgeber verlängern, oder lohnt sich der Wechsel zu einem anderen Anbieter mit besseren Konditionen? Diese Frage beschäftigt Hunderttausende Immobilieneigentümer und Investoren jedes Jahr. Unsere TARGOBANKExperten zeigen Ihnen, worauf es bei dieser Entscheidung wirklich ankommt – damit Sie souverän wählen und bares Geld sparen.

Was bedeuten Prolongation und Umschuldung?

Wenn Ihre Zinsbindungsfrist endet, schulden Sie Ihrer Bank in der Regel noch einen erheblichen Restbetrag. Diesen Restbetrag müssen Sie neu finanzieren – das nennt man Anschlussfinanzierung. Dafür stehen Ihnen im Wesentlichen zwei Wege offen: die Prolongation und die Umschuldung.

Bei der Prolongation bleiben Sie bei Ihrer bisherigen Bank und verlängern den Darlehensvertrag zu neuen Konditionen. Die Bank schickt Ihnen in der Regel einige Monate vor Ablauf der Zinsbindung ein Angebot – und wenn Sie zustimmen, läuft alles ohne großen Aufwand weiter. Bei der Umschuldung hingegen wechseln Sie zu einem anderen Kreditgeber, der Ihre Restschuld übernimmt und Ihnen neue, idealerweise günstigere Konditionen anbietet. Dieser Weg erfordert mehr Vorbereitung, kann sich aber finanziell deutlich auszahlen. Eine Umschuldung ist immer auch mit Kosten verbunden, da die Grundschuld übertragen werden muss.

Beide Wege haben ihre Berechtigung – die Kunst liegt darin, zu erkennen, welcher in Ihrer persönlichen Situation der richtige ist. Dabei spielen das aktuelle Zinsniveau, die Höhe Ihrer Restschuld, Ihre persönlichen Ziele und Ihr Aufwandsverhältnis eine entscheidende Rolle.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

Um eine fundierte Entscheidung zu treffen, hilft es, beide Optionen direkt gegenüberzustellen. Die folgende Gegenüberstellung zeigt die wesentlichen Merkmale auf einen Blick.

Wichtig zu wissen
Auch wenn die Prolongation bequemer wirkt, bedeutet Bequemlichkeit in diesem Fall häufig höhere Kosten. Bereits ein Zinsunterschied von 0,3 Prozentpunkten bei einer Restschuld von 200.000 Euro kann über zehn Jahre mehrere tausend Euro ausmachen.

Wann sich die Prolongation lohnt

Die Prolongation ist nicht automatisch die schlechtere Wahl – es kommt auf Ihre Situation an. In bestimmten Konstellationen ist sie tatsächlich die sinnvollste und wirtschaftlichste Option, ohne dass Sie viel Zeit investieren müssen.

Wenn Ihre Restschuld gering ist – beispielsweise unter 75.000 Euro – fallen die absoluten Zinsersparnisse durch einen Anbieterwechsel deutlich kleiner aus. In diesem Fall können die Kosten für die Grundschuldabtretung den möglichen Zinsvorteil schnell auffressen. Ähnliches gilt, wenn Ihre bestehende Bank Ihnen bereits sehr wettbewerbsfähige Konditionen anbietet, die nah am Marktdurchschnitt liegen.

Auch wenn Sie kurzfristig planen – etwa weil Sie die Immobilie in absehbarer Zeit verkaufen möchten – kann eine unkomplizierte Prolongation mit kurzer Zinsbindung die richtige Wahl sein. Hinzu kommen persönliche Faktoren: Wer gerade in einer beruflich oder privat turbulenten Phase steckt, profitiert manchmal schlicht davon, das Verfahren so einfach wie möglich zu halten. Vergessen Sie dabei jedoch nicht, das Prolongationsangebot Ihrer Bank aktiv mit Marktangeboten zu vergleichen, bevor Sie unterschreiben.

Wann die Umschuldung die bessere Wahl ist

Die Umschuldung entfaltet ihren größten Mehrwert, wenn der Zinsunterschied zwischen Ihrem bestehenden Vertrag und den aktuellen Marktkonditionen spürbar ist und Ihre Restschuld noch eine relevante Größenordnung hat. In solchen Situationen kann ein Bankwechsel Ihnen über die gesamte neue Zinsbindung hinweg substanzielle Summen sparen – Geld, das Sie anderweitig investieren oder zur schnelleren Entschuldung nutzen können.

Ein weiterer Grund für die Umschuldung ist die Möglichkeit, Ihren Vertrag grundlegend neu zu gestalten. Vielleicht hat sich Ihre finanzielle Situation seit der Erstfinanzierung verbessert, und Sie möchten jetzt einen höheren Tilgungssatz vereinbaren, um früher schuldenfrei zu sein. Oder Sie legen mehr Wert auf flexible Sondertilgungsoptionen, um Bonuszahlungen oder Erbschaften direkt in Ihre Immobilie zu stecken. Ein neuer Anbieter ermöglicht es Ihnen, diese Wünsche von Grund auf neu zu verhandeln. Auch bei einer Prolongation können flexible Bestandteile aufgenommen werden.

Besonders relevant ist die Umschuldung auch dann, wenn Ihre bisherige Bank im Vergleich zum Markt strukturell teurer agiert oder wenn Ihre Bonität sich seit der Erstfinanzierung verbessert hat – etwa durch ein deutlich gestiegenes Einkommen oder eine gesunkene Beleihungsquote aufgrund von Wertsteigerungen der Immobilie. Beides stärkt Ihre Verhandlungsposition gegenüber neuen Anbietern erheblich.

Rechenbeispiel: So groß ist der Unterschied

Zahlen machen den Unterschied greifbar. Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Sie haben nach zehn Jahren Tilgung noch eine Restschuld von 180.000 Euro. Ihre bisherige Bank bietet Ihnen eine Prolongation zu 4,2 Prozent effektiver Jahreszins an, während ein anderer Anbieter 3,7 Prozent bietet – bei gleicher Zinsbindung von zehn Jahren, einem anfänglichen Tilgungssatz von 2,0 Prozent und einer monatlichen Rate von rund 900 Euro.

Parameter Prolongation (4,2 %) Umschuldung (3,7 %)
Restschuld 180.000 Euro 180.000 Euro
Zinssatz (effektiv) 4,2 % 3,7 %
Tilgungssatz 2,0 % 2,0 %
Zinsbindung 10 Jahre 10 Jahre
Monatliche Rate ca. 900 Euro ca. 870 Euro
Gezahlte Zinsen gesamt ca. 67.500 Euro ca. 58.800 Euro
Ersparnis durch Umschuldung ca. 8.700 Euro

Repräsentatives Beispiel für Oldenburgische Landesbank AG bei Vermittlung durch TARGOBANK AG, Kasernenstr. 10, 40213 Düsseldorf, Bonität vorausgesetzt 3,92 % gebundener Sollzins / 4,02 % effektiver Jahreszins / 10 Jahre Sollzinsbindung. Nettodarlehensbetrag: 300.000 € zu zahlender Gesamtbetrag: 492.840 € (333 Raten, Laufzeit 27 Jahre 9 Monate). Höhe der Rate: 1.480 € erstrangige Besicherung des Darlehens durch Grundschuld erforderlich.

Hinweis: Es handelt sich hier um eine exemplarische und fiktive Beispielrechnung mit angenommenen Werten und Zinsdaten. Preise und Zinssätze können je nach Marktsituation variieren.

Von diesen rund 8.700 Euro müssen Sie die einmaligen Kosten für die Grundschuldabtretung abziehen, die je nach Notar und Grundbuchamt in der Regel zwischen 250 Euro und 800 Euro liegen. Selbst nach Abzug dieser Kosten ergibt sich eine deutliche Ersparnis – und das bei einer Restschuld, die noch nicht einmal im oberen Bereich liegt. Bei größeren Darlehen von 300.000 Euro oder mehr steigt das Einsparpotenzial entsprechend an.

Bitte beachten:
Rechenbeispiele basieren auf vereinfachten Annahmen und dienen nur der Orientierung. Ihr tatsächliches Einsparpotenzial hängt von Ihrer individuellen Restschuld, dem genauen Zinssatz und den anfallenden Wechselkosten ab. Lassen Sie sich unbedingt eine persönliche Berechnung erstellen.

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Ihre Entscheidungshilfe: Was Sie jetzt prüfen sollten

Bevor Sie sich für Prolongation oder Umschuldung entscheiden, lohnt es sich, einige konkrete Fragen zu beantworten. Diese Checkliste hilft Ihnen, strukturiert vorzugehen und die für Sie relevanten Faktoren zu gewichten.

  • Wie hoch ist Ihre Restschuld?

    Ab etwa 80.000 Euro lohnt sich ein Marktvergleich in der Regel fast immer.

  • Wie weit liegt der Zinssatz Ihrer Bank über dem Marktdurchschnitt?

    Bereits ab 0,2 Prozentpunkten Differenz sollten Sie ernsthaft vergleichen.

  • Wie hoch sind die Wechselkosten?

    Holen Sie ein konkretes Angebot beim Notar für die Grundschuldabtretung ein.

  • Hat sich Ihre Bonität oder das Wertgutachten Ihrer Immobilie verbessert?

    Wenn ja, verbessert das die Beleihungsquote zusätzlich zu den bereits getilgten Darlehensteilen.

  • Welche Vertragsflexibilität wünschen Sie sich?

    Sondertilgungsrechte oder auch Tilgungsanpassungen sind bei einem neuen Vertrag ggf. möglich.

  • Wie viel Zeit haben Sie?

    Für eine Umschuldung sollten Sie mindestens drei bis sechs Monate vor Ablauf der Zinsbindung aktiv werden.

Wenn Sie drei oder mehr dieser Fragen klar zugunsten eines Wechsels beantworten können, ist die Umschuldung sehr wahrscheinlich die wirtschaftlich überlegene Wahl. Fällt Ihre Antwort dagegen in mehreren Punkten neutral aus oder sprechen die Zahlen nicht eindeutig für einen Wechsel, ist eine sorgfältig verhandelte Prolongation eine vollwertige Alternative.

Forward-Darlehen als dritte Option

Neben Prolongation und Umschuldung gibt es eine weitere Variante, die insbesondere dann interessant ist, wenn das aktuelle Zinsniveau niedrig ist, Ihre Zinsbindung aber erst in einigen Jahren ausläuft: das Forward-Darlehen. Damit sichern Sie sich heutige Konditionen bereits bis zu fünf Jahre im Voraus – und schützen sich so vor möglichen Zinssteigerungen.

Das Forward-Darlehen können Sie sowohl bei Ihrer bisherigen Bank als auch bei einem neuen Anbieter abschließen, was es mit beiden oben beschriebenen Strategien kombinierbar macht. Als Forward-Prolongation verlängern Sie Ihren bestehenden Vertrag frühzeitig zu gesicherten Konditionen. Als Forward-Umschuldung wechseln Sie rechtzeitig zu einem günstigeren Anbieter – mit einem festen Zinssatz, der erst bei Beginn der Zinsbindung des neuen Darlehens greift. Für die Planungssicherheit zahlen Sie in der Regel einen kleinen Zinsaufschlag, der aber bei steigendem Zinsniveau schnell aufgewogen wird. Der Aufschlag ist nicht während der Forward-Laufzeit zu zahlen, sondern wir einfach auf den Zinssatz während der Zinsbindung aufgeschlagen.

Unser Tipp für Investoren
Wenn Sie mehrere Immobilien finanzieren, sollten Sie die Zinsbindungsfristen aktiv managen und gestaffelt anlegen. So vermeiden Sie, dass alle Anschlussfinanzierungen gleichzeitig in ein ungünstiges Zinsumfeld fallen – und behalten jederzeit die Planungssicherheit für Ihr gesamtes Portfolio.

Besonderheiten für Immobilieninvestoren

Für Privatpersonen mit einer selbst genutzten Immobilie steht bei der Anschlussfinanzierung die persönliche Sicherheit und Kostenersparnis im Vordergrund. Für Immobilieninvestoren kommen weitere Dimensionen hinzu, die die Entscheidung zwischen Prolongation und Umschuldung deutlich komplexer machen.

Als Investor denken Sie in Portfoliorenditen, nicht nur in einzelnen Finanzierungskosten. Ein um 0,4 Prozentpunkte günstigerer Zinssatz bei einem Mietobjekt verbessert direkt Ihren Cashflow und damit Ihre Nettomietrendite – ein Effekt, der sich über mehrere Objekte multipliziert. Gleichzeitig müssen Sie die steuerliche Dimension berücksichtigen: Zinszahlungen für vermietete Objekte sind als Werbungskosten abzugsfähig, was den relativen Vorteil günstiger Zinsen gegenüber einer selbst genutzten Immobilie etwas relativiert.

Darüber hinaus spielt die Bankenstrategie eine Rolle. Manche Investoren bevorzugen es, verschiedene Objekte bei unterschiedlichen Banken zu finanzieren, um eine zu hohe Abhängigkeit von einem einzigen Kreditgeber zu vermeiden. Eine Umschuldung kann dabei bewusst dazu genutzt werden, das Portfolio breiter aufzustellen. Andere Investoren setzen auf enge Bankbeziehungen, um bei Neufinanzierungen schneller und günstiger agieren zu können – hier kann eine Prolongation strategisch sinnvoll sein, selbst wenn der Zinssatz nicht optimal ist.

Relevant für Investoren
Bei vermieteten Objekten kann eine höhere Tilgung die steuerliche Abzugsfähigkeit der Zinsen über die Jahre reduzieren. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater darüber, welcher Tilgungssatz in Ihrer konkreten Investitionsstrategie optimal ist – bevor Sie die Anschlussfinanzierung abschließen.

Maßgeschneiderte Beratung für Ihre Anschlussfinanzierung

Ob selbst genutztes Eigenheim oder Investmentimmobilie – die TARGOBANK begleitet Sie mit individueller Beratung und transparenten Konditionen auf dem Weg zur richtigen Entscheidung, gemeinsam mit unserem Finanzierungspartner der Oldenburgischen Landesbank.

Häufige Fragen zur Anschlussfinanzierung

Fazit

Die Entscheidung zwischen Prolongation und Umschuldung ist keine Frage von Bequemlichkeit – sie ist eine Frage der Strategie. Wer frühzeitig handelt, aktiv vergleicht und die eigene Verhandlungsposition kennt, spart über die gesamte Laufzeit der Anschlussfinanzierung häufig mehrere tausend Euro. Die Prolongation ist dann sinnvoll, wenn die Restschuld gering ist, das Angebot der bisherigen Bank wettbewerbsfähig ist oder der Aufwand eines Wechsels den Nutzen übersteigt. Die Umschuldung hingegen lohnt sich immer dann, wenn der Zinsunterschied substanziell ist, die Restschuld noch relevant groß ist und Sie Ihren Vertrag ohnehin neu gestalten möchten.

Für Immobilieninvestoren kommt die strategische Dimension der Bankbeziehungen und Portfoliosteuerung hinzu – hier zahlt sich eine professionelle Beratung besonders aus. Ganz gleich, für welchen Weg Sie sich entscheiden: Handeln Sie rechtzeitig, holen Sie mehrere Angebote ein, und lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen. Die TARGOBANK steht Ihnen dabei als verlässlicher Partner an Ihrer Seite – von der ersten Orientierung bis zum unterschriftsreifen Angebot.

Bei unserem exklusiven Baufinanzierungspartner, der Oldenburgischen Landesbank (OLB), haben wir Zugang zu attraktiven Konditionen, die wir Ihnen gerne vermitteln. Im Falle eines Abschlusses ist daher die OLB Ihr Vertragspartner. Den genauen Leistungsumfang entnehmen Sie bitte den Finanzierungsbedingungen der OLB.