Für Privatpersonen mit einer selbst genutzten Immobilie steht bei der Anschlussfinanzierung die persönliche Sicherheit und Kostenersparnis im Vordergrund. Für Immobilieninvestoren kommen weitere Dimensionen hinzu, die die Entscheidung zwischen Prolongation und Umschuldung deutlich komplexer machen.
Als Investor denken Sie in Portfoliorenditen, nicht nur in einzelnen Finanzierungskosten. Ein um 0,4 Prozentpunkte günstigerer Zinssatz bei einem Mietobjekt verbessert direkt Ihren Cashflow und damit Ihre Nettomietrendite – ein Effekt, der sich über mehrere Objekte multipliziert. Gleichzeitig müssen Sie die steuerliche Dimension berücksichtigen: Zinszahlungen für vermietete Objekte sind als Werbungskosten abzugsfähig, was den relativen Vorteil günstiger Zinsen gegenüber einer selbst genutzten Immobilie etwas relativiert.
Darüber hinaus spielt die Bankenstrategie eine Rolle. Manche Investoren bevorzugen es, verschiedene Objekte bei unterschiedlichen Banken zu finanzieren, um eine zu hohe Abhängigkeit von einem einzigen Kreditgeber zu vermeiden. Eine Umschuldung kann dabei bewusst dazu genutzt werden, das Portfolio breiter aufzustellen. Andere Investoren setzen auf enge Bankbeziehungen, um bei Neufinanzierungen schneller und günstiger agieren zu können – hier kann eine Prolongation strategisch sinnvoll sein, selbst wenn der Zinssatz nicht optimal ist.