Die 10 häufigsten Fehler bei der Erstfinanzierung – und wie Sie sie vermeiden
Sie stehen kurz davor, Ihren ersten Immobilienkauf zu finanzieren – eine Entscheidung, die Ihr Leben nachhaltig verändern wird. Viele Erstkäufer, Familien und Selbstständige unterschätzen dabei, wie viele Stolpersteine auf dem Weg zur eigenen Immobilie lauern. Mit dem richtigen Wissen vermeiden Sie teure Fehler und gehen Ihre Finanzierung von Anfang an auf einem sicheren Fundament an.
Fehler 1: Zu wenig Eigenkapital einplanen
Der Eigenkapitalanteil ist das Fundament jeder soliden Baufinanzierung, und wer ihn zu gering ansetzt, zahlt über die gesamte Laufzeit deutlich mehr. Banken bewerten das Risiko eines Darlehens maßgeblich danach, wie viel Eigenkapital Sie einbringen – je höher dieser Anteil, desto besser der Zinssatz, den Sie in der Regel erhalten. Als Faustregel gilt: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises sollten Sie aus eigenen Mitteln beisteuern, damit Sie von attraktiven Konditionen profitieren.
Viele Erstkäufer unterschätzen, dass Eigenkapital nicht nur Ersparnisse umfasst, sondern auch Wertpapiere, zuteilungsreife Bausparverträge oder bereits abbezahlte Grundstücke einschließen kann. Prüfen Sie deshalb genau, welche Mittel Ihnen tatsächlich zur Verfügung stehen, bevor Sie einen Kaufpreis als Zielgröße festlegen.
Fehler 2: Nebenkosten unterschätzen
Ein häufiger und folgenschwerer Fehler besteht darin, beim Kauf einer Immobilie ausschließlich den Kaufpreis im Blick zu haben – und die Nebenkosten völlig außer Acht zu lassen. Diese können je nach Bundesland und Konstellation zwischen neun und vierzehn Prozent des Kaufpreises betragen und müssen in der Regel aus eigenen Mitteln aufgebracht werden, da Banken sie selten mitfinanzieren. Bei einer Immobilie im Wert von 400.000 Euro summieren sich die Nebenkosten schnell auf 40.000 bis 56.000 Euro.
Zu den Nebenkosten zählen die Grunderwerbsteuer, die je nach Bundesland zwischen 3,5 und 6,5 Prozent liegt, sowie Notar und Grundbuchkosten von rund zwei Prozent und gegebenenfalls eine Maklerprovision von bis zu 3,57 Prozent. Wer diese Positionen nicht sorgfältig kalkuliert, sieht sich plötzlich einer Finanzierungslücke gegenüber, die sich kaum noch kurzfristig schließen lässt. Setzen Sie die Nebenkosten deshalb von Anfang an als festen Bestandteil Ihrer Budgetplanung an.
Fehler 3: Zu kurze Zinsbindung wählen
In Phasen niedriger Zinsen erscheint eine kurze Zinsbindung verlockend, weil sie zunächst mehr Flexibilität verspricht – doch bei steigenden Zinsen kann diese Entscheidung schnell teuer werden. Eine Zinsbindung von fünf oder sieben Jahren mag im Augenblick günstig wirken, bedeutet aber, dass Sie nach Ablauf dieser Frist zu möglicherweise deutlich höheren Konditionen anschlussfinanzieren müssen. Für Erstfinanzierungen empfehlen Experten daher häufig eine Zinsbindung von mindestens zehn bis fünfzehn Jahren, um Planungssicherheit zu gewinnen.
Besonders Familien mit einem festen Haushaltsbudget profitieren von einer langen Zinsbindung, da sie die monatliche Rate über viele Jahre kalkulierbar hält und unerwartete Zinssprünge ausschließt. Selbstständige hingegen müssen abwägen, ob ihre Einkommenssituation eine langfristige Bindung erlaubt oder ob eine gewisse Flexibilität sinnvoller ist. Sprechen Sie diese Frage offen mit Ihrem Finanzierungsberater an, denn die optimale Zinsbindungsdauer hängt stets von Ihrer persönlichen Lebenssituation ab.
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Fehler 4: Tilgungssatz zu niedrig ansetzen
Wer seinen anfänglichen Tilgungssatz zu niedrig wählt, verlängert die Laufzeit seines Darlehens erheblich und zahlt insgesamt deutlich mehr Zinsen – ein Fehler, der sich über Jahrzehnte summiert. Ein Tilgungssatz von lediglich einem Prozent, wie er früher verbreitet war, führt bei einem Darlehen über 300.000 Euro zu einer Laufzeit von in der Regel mehr als fünfzig Jahren. Setzen Sie den anfänglichen Tilgungssatz stattdessen auf mindestens zwei, besser noch drei Prozent an, damit das Darlehen in einem überschaubaren Zeitraum zurückgezahlt ist.
Die höhere monatliche Rate durch eine stärkere Tilgung zahlt sich langfristig aus: Sie reduzieren die Restschuld schneller, verringern das Zinsänderungsrisiko bei der Anschlussfinanzierung und sind früher schuldenfrei. Nutzen Sie einen Finanzierungsrechner, um zu sehen, welchen Unterschied schon ein halber Prozentpunkt mehr Tilgung im Laufe der Jahre macht – die Ersparnis überrascht viele Erstfinanzierende.
Fehler 5: Nur ein Angebot einholen
Viele Erstkäufer gehen zur Hausbank und nehmen das erste Finanzierungsangebot an, ohne es mit anderen Konditionen zu vergleichen – und verschenken dabei bares Geld. Schon ein Zinsunterschied von 0,3 Prozentpunkten macht bei einem Darlehen über 350.000 Euro und zwanzig Jahren Laufzeit eine Ersparnis von mehreren tausend Euro aus. Ein unabhängiger Vergleich verschiedener Anbieter gehört deshalb zu den wichtigsten Schritten auf dem Weg zur optimalen Erstfinanzierung.
Holen Sie mindestens drei bis vier Angebote von verschiedenen Banken, Direktbanken und unabhängigen Vermittlern ein, bevor Sie sich entscheiden. Achten Sie dabei nicht nur auf den Sollzins, sondern vor allem auf den effektiven Jahreszins, der alle Kosten widerspiegelt. Die TARGOBANK steht Ihnen mit einer ehrlichen Beratung und ihrem starken Finanzierungspartner OLB zur Seite, damit Sie einen fundierten Vergleich vornehmen können.
Fehler 6: Staatliche Förderungen vergessen
Ein großer Teil der Erstkäufer schöpft die verfügbaren Förderungen nicht aus und lässt damit erhebliche Summen ungenutzt, obwohl genau diese Programme für sie konzipiert wurden. Die KfW Bank bietet beispielsweise zinsgünstige Darlehen und Tilgungszuschüsse für energieeffiziente Neubauten oder Sanierungen an, die sich direkt auf Ihre Finanzierungskosten auswirken. Darüber hinaus fördern viele Bundesländer den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum durch Zuschüsse oder Bürgschaften.
Für Familien mit Kindern gibt es, bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen, zusätzlich das KfW Wohneigentumsprogramm "Jung kauft Alt" oder die Wohnraumförderung der einzelnen Bundesländer, die gezielt auf die Lebenssituation junger Familien zugeschnitten ist. Selbstständige sollten prüfen, ob sie durch bestimmte Einkommensvoraussetzungen ebenfalls Zugang zu öffentlichen Programmen erhalten. Lassen Sie diese Möglichkeiten von Ihrem Finanzierungsberater systematisch prüfen, bevor Sie Ihre Finanzierungsstruktur festlegen.
Fehler 7: Haushaltskostenrechnung vernachlässigen
Wer seinen monatlichen Finanzierungsrahmen ausschließlich anhand des Nettoeinkommens berechnet, riskiert, sich finanziell zu übernehmen und im Alltag kaum noch Spielraum zu haben. Eine realistische Haushaltsrechnung berücksichtigt alle laufenden Ausgaben: Lebenshaltungskosten, Versicherungen, Mobilität, Rücklagen für Reparaturen sowie Freizeit und unvorhergesehene Ausgaben. Erst der Betrag, der nach Abzug aller Lebenshaltungskosten vom Nettoeinkommen übrig bleibt, zeigt Ihnen, wie viel Rate Sie sich tatsächlich leisten können.
Als grobe Orientierung gilt: Die monatliche Kreditrate sollte nicht mehr als 30 bis 35 Prozent des Nettoeinkommens betragen, um ausreichend Puffer für unvorhergesehene Situationen zu behalten. Familien müssen dabei auch zukünftige Veränderungen einkalkulieren – etwa Elternzeit, Kindergartengebühren oder steigende Schulkosten. Eine ehrliche und vollständige Haushaltsrechnung schützt Sie davor, in eine Finanzierungsfalle zu tappen, und gibt Ihnen langfristige Sicherheit.
Fehler 8: Sondertilgungsrechte nicht beachten
Sondertilgungen ermöglichen es Ihnen, außerplanmäßige Rückzahlungen auf Ihr Darlehen zu leisten und so die Laufzeit zu verkürzen sowie Zinskosten zu sparen – doch nicht jeder Kreditvertrag enthält dieses Recht. Wer ein Angebot unterzeichnet, ohne auf die Sondertilgungsklausel zu achten, kann eine Erbschaft, Bonuszahlung oder Steuererstattung nicht ohne Weiteres in die Finanzierung stecken.
Achten Sie beim Vertragsabschluss darauf, dass Ihnen jährliche Sondertilgungen von mindestens fünf Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme erlaubt sind – viele Banken räumen dieses Recht standardmäßig ein, wenn man es aktiv einfordert. Die TARGOBANK berät Sie zu den Sondertilgungsoptionen, damit Sie finanzielle Spielräume nutzen können, sobald sie sich ergeben. Je früher Sie Sondertilgungen leisten, desto stärker wirken sie sich auf die Gesamtbelastung aus.
Fehler 9: Selbstständige – das Einkommen falsch einschätzen
Selbstständige und Freiberufler stehen bei der Baufinanzierung vor einer besonderen Herausforderung: Banken beurteilen ihre Bonität anders als bei Angestellten, da das Einkommen meistens schwankt und nicht durch einen Arbeitsvertrag garantiert wird. Wer sein durchschnittliches Jahresnettoeinkommen der vergangenen zwei bis drei Jahre zu optimistisch ansetzt, riskiert eine Ablehnung des Kreditantrags oder muss mit deutlich schlechteren Konditionen rechnen. Stellen Sie deshalb frühzeitig vollständige Unterlagen zusammen: Steuerbescheide, betriebswirtschaftliche Auswertungen und aktuelle Gewinn und Verlust-Rechnungen.
Banken rechnen bei Selbstständigen häufig mit dem niedrigeren der beiden letzten Jahreseinkommen oder bilden einen Durchschnittswert, um das Risiko konservativ zu bewerten. Als Selbstständiger sollten Sie deshalb eine höhere Eigenkapitalquote einplanen und idealerweise mindestens drei stabile Einkommensjahre vorweisen können, bevor Sie eine Finanzierung beantragen.
Fehler 10: Keine Absicherung für den Ernstfall
Eine Immobilienfinanzierung läuft über Jahrzehnte ‐ und in dieser Zeit kann sich vieles verändern: Krankheit, Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder der Tod eines Partners können die finanzielle Grundlage einer Familie oder eines Selbstständigen erschüttern und die monatliche Rate zur ernsthaften Bedrohung werden lassen. Wer seine Finanzierung nicht durch geeignete Versicherungen absichert, riskiert im schlimmsten Fall den Verlust der eigenen vier Wände. Eine Risikolebensversicherung und eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind zwar keine Pflicht, aber sie sind im Rahmen einer verantwortungsvollen Erstfinanzierung ratsam.
Prüfen Sie außerdem, ob eine Restschuldversicherung in Ihrer Situation sinnvoll ist – sie greift bei Arbeitslosigkeit oder schwerer Erkrankung und übernimmt vorübergehend die Ratenzahlung. Wichtig ist dabei, die Kosten dieser Versicherung in die Gesamtkalkulation einzubeziehen, da sie den effektiven Jahreszins erhöhen. Sprechen Sie Ihre Absicherungsbedarfe offen in der Beratung an, damit Ihr Finanzierungsplan wirklich zukunftssicher aufgestellt ist.
Auf einen Blick: Die 10 Fehler und ihre Lösung
| Fehler | Risiko | So vermeiden Sie ihn |
|---|---|---|
| Zu wenig Eigenkapital | Höhere Zinsen, schlechtere Konditionen | Mindestens 20 % des Kaufpreises einbringen |
| Nebenkosten unterschätzt | Finanzierungslücke, Nachfinanzierung | 9 – 14 % des Kaufpreises als Nebenkosten einplanen |
| Zu kurze Zinsbindung | Teurer Anschlusskredit bei steigenden Zinsen | 10–15 Jahre Zinsbindung wählen |
| Tilgungssatz zu niedrig | Sehr lange Laufzeit, hohe Gesamtkosten | Mindestens 2 - 3 % anfängliche Tilgung |
| Nur ein Angebot eingeholt | Zu hohe Zinsen, schlechtere Konditionen | Mindestens 3-4 Angebote vergleichen |
| Förderungen vergessen | Bares Geld verschenkt | KfW und Länderprogramme systematisch prüfen |
| Keine Haushaltsrechnung | Finanzielle Überlastung im Alltag | Rate max. 30 – 35 % des Nettoeinkommens |
| Sondertilgung nicht vereinbart | Vorfälligkeitsentschädigung, starre Planung | Konkrete Sondertilgungsoption aushandeln |
| Einkommen überschätzt (Selbstständige) | Ablehnung oder schlechtere Konditionen | Durchschnitt der letzten 3 Jahre ansetzen |
| Fehlende Absicherung | Immobilienverlust bei Schicksalsschlägen | Risikoleben- und Berufsunfähigkeitsversicherung |
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Häufige Fragen zur Erstfinanzierung
Als Orientierung gilt: Mindestens 20 Prozent des Kaufpreises sollten Sie als Eigenkapital einbringen. Dazu kommen die Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler –, die in der Regel vollständig aus eigenen Mitteln gedeckt werden müssen. Wer mehr Eigenkapital mitbringt, profitiert von besseren Zinssätzen und niedrigeren monatlichen Raten.
Zu den wichtigsten Unterlagen zählen Einkommensnachweise der letzten drei Monate, Steuerbescheide der vergangenen zwei Jahre, Nachweise über vorhandenes Eigenkapital sowie Dokumente zur Immobilie wie Exposé, Grundriss und Energieausweis. Selbstständige reichen zusätzlich betriebswirtschaftliche Auswertungen und Gewinn und Verlust-Rechnungen ein. Je vollständiger Ihre Unterlagen, desto schneller und reibungsloser läuft die Prüfung ab.
Starten Sie mit Ihrem monatlichen Nettoeinkommen und ziehen Sie alle laufenden Ausgaben ab – von Versicherungen über Mobilität bis zu Lebenshaltungskosten. Dabei sollte die monatliche Belastung durch die Baufinanzierung so gewählt werden, dass dem Haushalt ein angemessener Teil des Nettoeinkommens als frei verfügbarer Puffer verbleibt. So sichern Sie sich dauerhaft den nötigen finanziellen Spielraum für die alltägliche Lebenshaltung und unvorhergesehene Ausgaben.
Ja, auch Selbstständige und Freiberufler erhalten Baufinanzierungen – allerdings stellen Banken an sie in der Regel höhere Anforderungen an den Eigenkapitalanteil und die Einkommensdokumentation. Empfehlenswert ist, mindestens drei Jahre selbstständige Tätigkeit mit stabilen Einnahmen nachweisen zu können und vollständige steuerliche Unterlagen bereitzuhalten.
Die bekannteste Förderung ist das KfW Wohneigentumsprogramm, das zinsgünstige Darlehen für den Kauf oder Bau von selbst genutztem Wohneigentum bietet. Zusätzlich gibt es KfW-Programme für energieeffiziente Gebäude sowie Länderprogramme, die je nach Bundesland Zuschüsse, Darlehen oder Bürgschaften umfassen. Außerdem müssen KfW Kreditnehmer gewisse Voraussetzungen erfüllen, um Fördermittel bewilligt zu bekommen.
Nehmen Sie in einer solchen Situation frühzeitig Kontakt zu Ihrer Bank auf – je früher Sie sich melden, desto mehr Lösungsmöglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung. Banken bieten in vielen Fällen eine vorübergehende Ratenstundung, eine Laufzeitverlängerung oder eine Anpassung der Tilgung an. Wer zudem eine Restschuldversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen hat, ist in schwierigen Lebensphasen zusätzlich abgesichert und vermeidet das Schlimmste.
Fazit: Mit der richtigen Vorbereitung zur sicheren Erstfinanzierung
Die häufigsten Fehler bei der Erstfinanzierung entstehen nicht aus Unwissenheit, sondern aus dem Stress des Kaufprozesses und dem Wunsch, möglichst schnell in die eigenen vier Wände einzuziehen. Wer sich jedoch die Zeit nimmt, Eigenkapital realistisch zu bewerten, Nebenkosten vollständig einzuplanen, Angebote zu vergleichen und staatliche Förderungen auszuschöpfen, legt den Grundstein für eine Finanzierung, die langfristig trägt. Selbstständige und Familien sollten dabei ihre spezifischen Herausforderungen – schwankendes Einkommen, wachsende Haushaltskosten – von Anfang an in die Planung einbeziehen.
Eine gute Baufinanzierung ist mehr als ein Darlehen: Sie ist die Grundlage für ein Leben in Sicherheit und Selbstbestimmung. Die TARGOBANK steht Ihnen auf diesem Weg mit erfahrenen Beratern, transparenten Konditionen und flexiblen Finanzierungslösungen an der Seite – damit Ihr Traum vom Eigenheim zu einer verlässlichen Realität wird.