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Annuitätendarlehen vs. Volltilger Welche Finanzierung passt zu mir?

Sie haben eine Immobilie ins Auge gefasst und fragen sich, wie Sie die Finanzierung am besten strukturieren? Zwei Modelle stehen dabei besonders häufig zur Wahl: das klassische Annuitätendarlehen mit fester Zinsbindung und der Volltilger, bei dem Sie das Darlehen in innerhalb der vereinbarten Zinsbindung vollständig zurückzahlen. Welches Modell besser zu Ihren Plänen, Ihrem Einkommen und Ihrer Lebenssituation passt, hängt von mehreren Faktoren ab, die wir in diesem Ratgeber-Artikel aufzeigen.

Was ist ein Annuitätendarlehen?

Das Annuitätendarlehen ist die am weitesten verbreitete Form der Baufinanzierung in Deutschland. Sie zahlen während der gesamten Zinsbindungsphase eine gleichbleibende monatliche Rate, die sogenannte Annuität, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt. Mit jeder Rate, die Sie leisten, sinkt die Restschuld – und damit innerhalb der Rate auch der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil automatisch steigt.

Sie legen zu Beginn der Finanzierung eine Zinsbindungsfrist fest, die häufig zwischen fünf und fünfzehn Jahren liegt, in manchen Fällen auch zwanzig Jahre oder länger betragen kann. Nach Ablauf dieser Frist haben Sie häufig noch eine Restschuld, die Sie komplett zurückzahlen oder über eine Anschlussfinanzierung weiter abbezahlen. Das Annuitätendarlehen bietet Ihnen damit Planungssicherheit für den gewählten Zeitraum und gleichzeitig die Freiheit, nach Ende der Zinsbindung neu zu verhandeln oder den Anbieter zu wechseln.

Wichtig zu wissen:
Beim Annuitätendarlehen bleibt Ihre monatliche Rate über die gesamte Zinsbindungsphase konstant. Auch wenn der Zinsanteil sinkt und der Tilgungsanteil steigt, ändert sich die Gesamtrate nicht – das erleichtert Ihre monatliche Budgetplanung erheblich.

Die Anfangstilgung, also der Prozentsatz, mit dem Sie am ersten Tag in die Rückzahlung einsteigen, hat einen großen Einfluss auf die Gesamtlaufzeit Ihres Darlehens. Bei einer Anfangstilgung von einem Prozent dauert es deutlich länger, bis das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist, als bei zwei oder drei Prozent. Wählen Sie die Anfangstilgung deshalb nicht zu niedrig, um eine übermäßig lange Laufzeit zu vermeiden.

Was ist ein Volltilger?

Ein Volltilgerdarlehen ist im Grunde eine Sonderform des Annuitätendarlehens – mit einem entscheidenden Unterschied: Die Zinsbindung und die Gesamtlaufzeit sind identisch. Das bedeutet, Sie zahlen das Darlehen innerhalb der vereinbarten Zinsbindung vollständig zurück, ohne dass am Ende eine Restschuld übrig bleibt. Das Anschlussfinanzierungsrisiko entfällt damit vollständig, weil Sie nie in eine neue Zinsphase eintreten müssen.

Um eine vollständige Rückzahlung innerhalb der Laufzeit zu erreichen, wird der Tilgungsanteil entsprechend höher angesetzt. Das führt zu einer spürbar höheren monatlichen Rate im Vergleich zu einem klassischen Annuitätendarlehen mit derselben Laufzeit und demselben Zinssatz. Dafür profitieren Sie häufig von einem leicht günstigeren Zinssatz, da Banken das Volltilgerdarlehen aufgrund der Planbarkeit als sicherer einstufen.

Tipp
Für Beamte und Personen mit einem besonders stabilen, planbaren Einkommen ist das Volltilgerdarlehen oft besonders attraktiv. Die höhere Rate ist tragbar, und im Gegenzug erhalten Sie maximale Zinssicherheit über die gesamte Laufzeit – ohne jedes Anschlussfinanzierungsrisiko.

Die Laufzeit eines Volltilgerdarlehens beträgt häufig zwischen zehn und dreißig Jahren. Je kürzer die Laufzeit, desto höher fällt die monatliche Rate aus. Wählen Sie dagegen eine längere Laufzeit, sinkt die monatliche Belastung – dafür zahlen Sie über die gesamte Laufzeit mehr Zinsen. Dieser Zielkonflikt ist ein zentraler Punkt, den Sie bei Ihrer Entscheidung abwägen sollten.

Annuitätendarlehen vs. Volltilger: Der direkte Vergleich

Um die Unterschiede beider Modelle greifbar zu machen, hilft ein strukturierter Blick auf die wichtigsten Kriterien. Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Punkte zusammen, die Sie bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen sollten.

Der Vergleich zeigt: Beide Modelle haben ihre Berechtigung, und keines ist pauschal besser als das andere. Es kommt auf Ihre persönliche Situation an – auf Ihr Einkommen, Ihre Risikobereitschaft und darauf, wie weit Sie Ihre finanzielle Zukunft planen möchten.

Persönliche Beratung zu Ihrer Baufinanzierung

Sie möchten wissen, welches Modell konkret zu Ihrem Einkommen und Ihren Zielen passt? Unsere Beraterinnen und Berater rechnen gemeinsam mit Ihnen durch, welche Variante für Sie langfristig die richtige ist.

Rechenbeispiel: Konkrete Zahlen im Überblick

Anhand eines konkreten Beispiels lassen sich die Unterschiede zwischen beiden Modellen besonders gut veranschaulichen. Nehmen wir an, Sie finanzieren eine Immobilie mit einem Darlehensbetrag von 350.000 Euro bei einem angenommenen Sollzins von 3,8 Prozent.

Parameter Annuitätendarlehen (20 Jahre Zinsbindung, 2 % Tilgung) Volltilger (20 Jahre Laufzeit)
Darlehensbetrag 350.000 Euro 350.000 Euro
Soll-Zinssatz (p. a.) 3,80 % 3,65 % (leicht günstiger)
Monatliche Rate ca. 1.692 Euro ca. 2.065 Euro
Restschuld nach 20 Jahren ca. 125.000 Euro 0,– Euro
Gezahlte Zinsen (20 Jahre) ca. 105.700 Euro ca. 145.600 Euro
Anschlussfinanzierung nötig Ja (Zinsrisiko für Restschuld) Nein

Repräsentatives Beispiel für Oldenburgische Landesbank AG bei Vermittlung durch TARGOBANK AG, Kasernenstr. 10, 40213 Düsseldorf, Bonität vorausgesetzt 3,92 % gebundener Sollzins / 4,02 % effektiver Jahreszins / 10 Jahre Sollzinsbindung. Nettodarlehensbetrag: 300.000 € zu zahlender Gesamtbetrag: 492.840 € (333 Raten, Laufzeit 27 Jahre 9 Monate). Höhe der Rate: 1.480 € erstrangige Besicherung des Darlehens durch Grundschuld erforderlich.

Hinweis: Es handelt sich hier um eine exemplarische und fiktive Beispielrechnung mit angenommenen Werten und Zinsdaten. Preise und Zinssätze können je nach Marktsituation variieren.

Das Rechenbeispiel zeigt, dass der Volltilger im direkten Vergleich über die 20 Jahre mehr Zinsen kostet. Beim Annuitätendarlehen hängen die Gesamtkosten allerdinigs maßgeblich vom Zinsniveau bei der Anschlussfinanzierung ab, das heute noch niemand kennt. Entsprechend fallen hier über die Gesamtlaufzeit auch höhere Gesamtzinsen an als im Beispiel.

Achtung
Die im Rechenbeispiel genannten Zinssätze und Raten sind Beispielwerte für Vergleichszwecke und stellen kein verbindliches Angebot dar. Ihre tatsächlichen Konditionen hängen von Ihrer persönlichen Bonität, dem Eigenkapitalanteil und der aktuellen Marktlage ab.

Welches Modell passt zu welcher Lebenssituation?

Die Wahl zwischen Annuitätendarlehen und Volltilger ist keine rein mathematische Frage – sie hängt eng mit Ihrer Lebenssituation zusammen. Unterschiedliche Personengruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse, und ein Modell, das für eine Familie ideal ist, kann für einen Selbstständigen unpassend sein.

Familien mit regelmäßigem Haushaltseinkommen

Für Familien steht oft die langfristige Planbarkeit im Vordergrund. Das Annuitätendarlehen bietet eine gleichbleibende Rate und damit eine verlässliche Grundlage für die monatliche Budgetplanung. Wichtig ist dabei, die Anfangstilgung nicht zu niedrig zu wählen, damit die Restschuld am Ende der Zinsbindung beherrschbar bleibt. Wer ein sehr stabiles und hohes Familieneinkommen hat, profitiert beim Volltilger von der Gewissheit, dass die Immobilie zum Zinsbindungsende vollständig abbezahlt ist.

Beamte und Personen mit festem, steigendem Einkommen

Beamte gehören zu den klassischen Kandidaten für das Volltilgerdarlehen, weil ihr Einkommen langfristig stabil und vorhersehbar ist. Die höhere monatliche Rate ist planbar, und das fehlende Anschlussfinanzierungsrisiko schützt vor unangenehmen Überraschungen, wenn das Zinsniveau in zehn oder fünfzehn Jahren höher liegt als heute. Auch Personen, die absehen können, dass ihr Gehalt in den nächsten Jahren steigt – etwa durch Beförderungen oder Stufenaufstiege –, finden im Volltilger eine attraktive Option.

Selbstständige und Freiberufler

Für Selbstständige ist die Einkommenssituation häufig weniger konstant als für Angestellte. In guten Jahren verdienen sie überdurchschnittlich, in schwächeren Jahren kann das Einkommen deutlich zurückgehen. Das Annuitätendarlehen mit einer niedrigeren monatlichen Rate und der Möglichkeit zu Sondertilgungen bietet hier mehr Spielraum. In Jahren mit hohem Einkommen tilgen Sie zusätzlich, in schwächeren Jahren bleibt die Grundlast beherrschbar. Ein Volltilger mit starrer, hoher Rate kann in dieser Situation zu Engpässen führen.

Singles und junge Erstkäufer

Junge Erstkäufer stehen oft vor der Herausforderung, dass ihr Eigenkapital noch begrenzt ist und das Einkommen zwar wächst, aber aktuell noch nicht auf dem späteren Niveau liegt. Das Annuitätendarlehen mit einer moderaten Anfangstilgung ermöglicht einen erschwinglichen Einstieg in die Eigentumsfinanzierung, ohne das monatliche Budget übermäßig zu belasten. Später, wenn Gehalt und Eigenkapital gestiegen sind, lässt sich die Tilgungshöhe bei der Anschlussfinanzierung anpassen. Wer dagegen bereits über ein solides Einkommen verfügt und Wert auf maximale Sicherheit legt, kann auch als Single vom Volltilger profitieren.

Tipp für alle Zielgruppen
Lassen Sie sich vor der Entscheidung eine individuelle Berechnung erstellen, die Ihre konkreten Einkommensverhältnisse, Ihr Eigenkapital und Ihre langfristigen Ziele berücksichtigt. Ein Vergleich auf Basis Ihres persönlichen Profils ist aussagekräftiger als jede allgemeine Empfehlung.

Zinsbindung, Anschlussfinanzierung und Risiko

Eine der zentralen Fragen bei der Baufinanzierung lautet: Wie lange binden Sie sich an einen Zinssatz, und welches Risiko gehen Sie damit ein? Beim Annuitätendarlehen wählen Sie eine Zinsbindungsfrist, die in der Regel kürzer ist als die Gesamtlaufzeit bis zur vollständigen Tilgung. Das bedeutet: Nach Ablauf dieser Frist müssen Sie vollständig zurückzahlen oder eine Anschlussfinanzierung abschließen – zu den dann gültigen Marktkonditionen.

In einer Niedrigzinsphase kann es sinnvoll sein, sich möglichst lange Zinsen zu sichern, um das Risiko steigender Zinsen bei der Anschlussfinanzierung zu minimieren. In einer Hochzinsphase dagegen kann eine kürzere Zinsbindung attraktiver sein, weil Sie nach wenigen Jahren von einem möglichen Zinsrückgang profitieren. Diese Abwägung erfordert eine Einschätzung der künftigen Zinsentwicklung, die naturgemäß mit Unsicherheit behaftet ist.

Der Volltilger eliminiert dieses Risiko vollständig, weil die Zinsbindung die gesamte Laufzeit abdeckt und am Ende keine Restschuld übrig bleibt. Sie zahlen von Anfang an einen möglicherweise etwas höheren Zinssatz als bei einer kurzen Zinsbindung – dafür ist Ihre Gesamtbelastung von Tag eins an klar kalkulierbar. Gerade wenn das Zinsniveau aktuell vergleichsweise niedrig ist, kann es attraktiv sein, sich dieses Niveau langfristig zu sichern.

Sondertilgungen und Flexibilität

Neben der Grundstruktur des Darlehens spielt auch die Frage der Flexibilität eine wichtige Rolle: Möchten Sie die Möglichkeit haben, außerplanmäßige Zahlungen zu leisten, wenn Sie zum Beispiel eine Erbschaft erhalten, einen Bonus ausgezahlt bekommen oder aus einem anderen Grund über zusätzliche Mittel verfügen?

Beim Annuitätendarlehen lässt sich eine jährliche Sondertilgungsmöglichkeit vertraglich vereinbaren, typischerweise in Höhe von fünf bis zehn Prozent der ursprünglichen Darlehenssumme. Mit jeder Sondertilgung sinkt die Restschuld schneller, wodurch Sie die Gesamtlaufzeit verkürzen und Zinskosten sparen. Achten Sie darauf, diese Option bereits beim Abschluss vertraglich festzuhalten, denn nachträgliche Änderungen sind in der Regel nicht möglich.

Beim Volltilger sind Sondertilgungen ebenfalls manchmal vereinbar, allerdings ist das Modell von Haus aus auf eine starre Struktur ausgelegt. Da die Tilgungsplanung bereits vollständig berechnet ist, können vorzeitige Rückzahlungen zu Vorfälligkeitsentschädigungen führen, wenn sie über den vertraglich vereinbarten Rahmen hinausgehen. Wer also mit zusätzlichen Einmalzahlungen rechnet, sollte diesen Aspekt beim Vertragsabschluss explizit klären.

Unsere Empfehlung:
Wenn Sie planen, Sondertilgungen zu leisten, vereinbaren Sie diese Option von Anfang an im Darlehensvertrag.

Ihr persönliches Finanzierungsangebot vermittelt durch die TARGOBANK

Ob Annuitätendarlehen oder Volltilger – wir rechnen Ihnen beide Varianten individuell durch und zeigen Ihnen, welches Modell langfristig am besten zu Ihnen passt. Starten Sie jetzt in Ihr Eigenheim.

Häufige Fragen zum Annuitätendarlehen und Volltilger

Fazit: Keine universell richtige Antwort – aber die richtige für Sie

Das Annuitätendarlehen und der Volltilger sind zwei solide Wege ins Eigenheim, die unterschiedliche Stärken mitbringen. Das Annuitätendarlehen überzeugt durch seine Flexibilität, die moderate monatliche Rate und die Option, nach Ende der Zinsbindung neu zu verhandeln. Der Volltilger punktet mit maximaler Planungssicherheit, dem vollständigen Wegfall des Anschlussfinanzierungsrisikos und dem guten Gefühl, am Ende der Laufzeit schuldenfrei zu sein.

Welches Modell besser zu Ihnen passt, hängt von Ihrer persönlichen Einkommenssituation, Ihrer Risikobereitschaft und Ihren langfristigen Plänen ab. Wer ein hohes und stabiles Einkommen hat, wählt vielleicht den Volltilger für maximale Sicherheit. Wer mehr Spielraum braucht, greift zum Annuitätendarlehen mit gut gewählter Tilgungsrate und Sondertilgungsoption.

Die TARGOBANK steht Ihnen bei dieser Entscheidung an der Seite – mit einer persönlichen Beratung, die Ihre individuelle Situation in den Mittelpunkt stellt. Vereinbaren Sie einen Termin und lassen Sie uns gemeinsam die Finanzierung finden, die zu Ihrem Leben passt.

Bei unserem exklusiven Baufinanzierungspartner, der Oldenburgischen Landesbank (OLB), haben wir Zugang zu attraktiven Konditionen, die wir Ihnen gerne vermitteln. Im Falle eines Abschlusses ist daher die OLB Ihr Vertragspartner. Den genauen Leistungsumfang entnehmen Sie bitte den Finanzierungsbedingungen der OLB.