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Checkliste für Käufer und Inhaber Objektbewertungs-Check: Ist der Preis realistisch?

Sie haben eine Immobilie ins Auge gefasst – und fragen sich, ob der aufgerufene Preis wirklich dem Markt entspricht. Das ist eine der wichtigsten Fragen, die Sie sich als Käufer oder Investor stellen können. Ein zu hoch angesetzter Kaufpreis kann Ihre gesamte Renditerechnung und Finanzierungsstrategie gefährden. Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch wichtige Kriterien bei der Immobilienbewertung – damit Sie mit einem klaren Blick in die Verhandlung gehen und Ihre Investition von Anfang an solide aufstellen.

Lage und Mikrolage prüfen

Die Lage ist ein entscheidender Werttreiber jeder Immobilie. Zwei baugleiche Objekte können sich im Preis deutlich unterscheiden – allein wegen ihrer Lage. Prüfen Sie deshalb nicht nur die Stadt oder den Stadtteil, sondern auch die unmittelbare Umgebung, die sogenannte Mikrolage.

Achten Sie auf Infrastruktur, Erreichbarkeit und die Entwicklung der Nachbarschaft. Wer hier sorgfältig hinschaut, erkennt schnell, ob ein Preis durch die Lage gerechtfertigt ist oder ob der Anbieter einfach zu optimistisch kalkuliert hat.

  • Prüfen Sie die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen.

  • Informieren Sie sich über Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und medizinische Versorgung in der Nähe.

  • Recherchieren Sie geplante Bauprojekte oder Infrastrukturmaßnahmen in der Umgebung.

  • Besuchen Sie das Objekt zu verschiedenen Tages- und Wochenzeiten, um Lärm und Verkehr einzuschätzen.

  • Prüfen Sie die Bevölkerungsentwicklung und Kaufkraft der Region anhand aktueller Statistiken.

  • Bewerten Sie Leerstandsquoten im Quartier als Indikator für die Attraktivität der Mikrolage.

Tipp
Nutzen Sie den Mietspiegel Ihrer Zielregion, um die Lagequalität mit konkreten Mietpreisen zu verknüpfen. So erkennen Sie, ob ein hoher Kaufpreis durch realistische Mieteinnahmen gestützt wird.

Vergleichswerte recherchieren

Ein Kaufpreis ist nur dann einzuschätzen, wenn Sie ihn mit dem Markt vergleichen. Recherchieren Sie aktuelle Marktpreise für vergleichbare Objekte in der gleichen Lage. Quellen wie Immobilienportale, kommunale Gutachterausschüsse und regionale Marktberichte liefern Ihnen dazu belastbare Daten.

Achten Sie darauf, wirklich vergleichbare Objekte heranzuziehen: gleiche Wohnfläche, ähnlicher Baujahr-Jahrgang, vergleichbarer Zustand und gleiche Lagequalität. Nur dann ist der Vergleich aussagekräftig.

  • Vergleichen Sie verschiedene Angebote auf Immobilienportalen in der gleichen Mikrolage.

  • Fordern Sie den Bodenrichtwert beim zuständigen Gutachterausschuss an oder rufen Sie ihn im BORIS-Portal ab.

  • Berechnen Sie den Kaufpreis pro Quadratmeter und gleichen Sie ihn mit dem lokalen Marktdurchschnitt ab.

  • Nutzen Sie regionale Marktberichte von Maklern oder Immobilienverbänden als Einordnungshilfe.

  • Holen Sie bei Unsicherheit ein unabhängiges Wertgutachten eines zertifizierten Sachverständigen ein.

  • Notieren Sie Abweichungen zum Angebotspreis und klären Sie die Gründe mit dem Verkäufer.

Gut zu wissen
Angebotspreis und tatsächlicher Transaktionspreis können stark voneinander abweichen. In vielen Märkten werden Immobilien mit einem Abschlag von fünf bis fünfzehn Prozent gegenüber dem ursprünglichen Angebotspreis verkauft. Nutzen Sie diesen Spielraum in der Verhandlung.

Bausubstanz und Zustand beurteilen

Der Zustand einer Immobilie hat unmittelbaren Einfluss auf ihren Wert – und auf Ihren Investitionsbedarf nach dem Kauf. Renovierungsstau, energetische Mängel oder versteckte Schäden können den attraktiven Kaufpreis schnell relativieren. Eine gründliche Besichtigung ist deshalb kein optionaler Zusatz, sondern unverzichtbar.

Ziehen Sie bei Bedarf einen unabhängigen Bausachverständigen hinzu. Die Kosten dafür sind meist überschaubar – im Vergleich zu den Folgekosten, die ein übersehener Schaden verursachen kann.

  • Prüfen Sie Dach, Fassade und Keller auf sichtbare Schäden, Feuchtigkeitseinfluss oder Risse.

  • Kontrollieren Sie das Baujahr und den Zustand der Heizungsanlage sowie der Leitungen für Wasser und Strom.

  • Fordern Sie den Energieausweis an und bewerten Sie den energetischen Standard des Gebäudes.

  • Schätzen Sie den Renovierungsbedarf realistisch ein und rechnen Sie die Kosten in Ihre Gesamtkalkulation ein.

  • Lassen Sie die Immobilie bei konkretem Kaufinteresse von einem unabhängigen Bausachverständigen begutachten.

  • Fragen Sie nach bereits durchgeführten Sanierungsmaßnahmen und lassen Sie sich Belege zeigen.

  • Prüfen Sie bei Eigentumswohnungen die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen auf geplante Instandhaltungen.

Achtung:
Ein niedriger Kaufpreis kann auf erheblichen Sanierungsbedarf hinweisen. Rechnen Sie Modernisierungskosten stets in den effektiven Gesamtpreis ein, bevor Sie den Kaufpreis als günstig einordnen.

Renditepotenzial und Cashflow kalkulieren

Für Kapitalanleger und Investoren ist die Rendite ein entscheidendes Kriterium. Eine Immobilie, die auf den ersten Blick günstig wirkt, kann bei näherer Betrachtung eine schwache Rendite abwerfen – weil die Mieteinnahmen gering sind oder laufende Kosten die Erträge aufzehren. Analysieren Sie den Cashflow konsequent, bevor Sie eine Entscheidung treffen.

Neben der reinen Bruttomietrendite zählt die Nettomietrendite: Sie berücksichtigt Verwaltungskosten, Instandhaltungsrücklagen, Leerstandsrisiken und die Finanzierungskosten. Nur sie zeigt, was am Ende tatsächlich übrig bleibt.

  • Berechnen Sie die Bruttomietrendite: Jahresnettokaltmiete geteilt durch Kaufpreis, multipliziert mit 100.

  • Ermitteln Sie die Nettomietrendite unter Abzug von Verwaltung, Instandhaltung und möglichem Leerstand.

  • Prüfen Sie die aktuelle Miete im Vergleich zum örtlichen Mietspiegel auf Potenzial zur Mietanpassung.

  • Kalkulieren Sie den monatlichen Cashflow nach Abzug von Rate, Nebenkosten und Rücklagen.

  • Berücksichtigen Sie gegebenenfalls mögliche steuerliche Vorteile wie Abschreibungen (AfA) in Ihrer Gesamtrenditerechnung.

  • Modellieren Sie verschiedene Szenarien: stabile Miete, Mietausfall und steigende Zinsen bei Anschlussfinanzierung.

  • Vergleichen Sie die Rendite mit alternativen Anlageformen, um die Investitionsentscheidung einzuordnen.

Unterlagen und rechtliche Grundlage prüfen

Unvollständige oder fehlerhafte Unterlagen sind ein unterschätztes Risiko beim Immobilienkauf. Fehlende Baugenehmigungen, Eintragungen im Grundbuch oder ungeklärte Eigentumsverhältnisse können eine geplante Investition verzögern oder sogar gefährden. Fordern Sie alle relevanten Dokumente frühzeitig an.

  • Fordern Sie einen aktuellen Grundbuchauszug an und prüfen Sie diesen unter anderem auf Belastungen, Wegerechte und Hypotheken.

  • Lassen Sie sich vollständige Bauunterlagen sowie eine gültige Baugenehmigung vorlegen.

  • Prüfen Sie die Flurkarte auf die tatsächliche Grundstücksgröße und Grenzen.

  • Bei Vermietung: Lassen Sie alle bestehenden Mietverträge und Nebenkostenabrechnungen vorlegen.

  • Bei Wohnungseigentum: Fordern Sie die Teilungserklärung, die Gemeinschaftsordnung und aktuelle Wirtschaftspläne an.

  • Klären Sie, ob Modernisierungsmaßnahmen baurechtskonform genehmigt wurden.

  • Beauftragen Sie bei komplexen Sachverhalten einen Fachanwalt für Immobilienrecht mit der Prüfung.

Tipp
Grundbuchauszüge können Sie direkt beim zuständigen Amtsgericht beantragen. Als Kaufinteressent haben Sie ein berechtigtes Interesse und erhalten Einsicht in die relevanten Abteilungen des Grundbuchs.

Finanzierung und Konditionen abgleichen

Selbst ein realistisch bewertetes Objekt ist nur dann eine gute Investition, wenn die Finanzierung zu Ihrer Gesamtstrategie passt. Laufzeit, Rate und Zinsbindung beeinflussen Ihren monatlichen Cashflow und die Gesamtkosten Ihrer Finanzierung erheblich. Mit der richtigen Kombination aus Rate und Laufzeit schützen Sie Ihre Liquidität.

Unser Baufinanzierungs-Team begleitet Sie dabei persönlich – von der ersten Kalkulation bis zum Vertragsabschluss. Schnell, verlässlich und ohne unnötige Bürokratie.

  • Ermitteln Sie die maximale monatliche Rate auf Basis Ihrer Einnahmen und laufenden Verpflichtungen.

  • Klären Sie den benötigten Eigenkapitaleinsatz und dessen Auswirkung auf die Kreditkonditionen.

  • Vergleichen Sie verschiedene Zinsbindungsfristen und deren Wirkung auf Planungssicherheit und Kosten.

  • Prüfen Sie, ob Sondertilgungsoptionen für Ihre Strategie sinnvoll sind.

  • Berücksichtigen Sie alle Kaufnebenkosten – Grunderwerbsteuer, Notar, Makler – in Ihrer Gesamtfinanzierung.

  • Besprechen Sie Ihre Finanzierungsstruktur mit den TARGOBANK Baufinanzierungs-Experten.

  • Holen Sie eine schriftliche Finanzierungsbestätigung ein, bevor Sie in verbindliche Kaufverhandlungen einsteigen.

Fazit

Ein realistischer Kaufpreis ist kein Zufall – er ergibt sich aus einer strukturierten Analyse von Lage, Vergleichswerten, Zustand und Renditepotenzial. Wer diese Schritte konsequent durchläuft, trifft seine Kaufentscheidung auf einer soliden Grundlage und geht deutlich selbstbewusster in die Verhandlung. Die TARGOBANK Baufinanzierungs-Experten helfen Ihnen dabei, die passende Finanzierung für Ihr Vorhaben zu finden.

Bei unserem exklusiven Baufinanzierungspartner, der Oldenburgischen Landesbank (OLB), haben wir Zugang zu attraktiven Konditionen, die wir Ihnen gerne vermitteln. Im Falle eines Abschlusses ist daher die OLB Ihr Vertragspartner. Den genauen Leistungsumfang entnehmen Sie bitte den Finanzierungsbedingungen der OLB.

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