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Kreditwissen

Wie Sie Kredite richtig nutzen.

Kreditwissen – Ihr Ratgeber rund um den Kredit.

  • Allgemeines

    • Kredite richtig nutzen

      Ein eigenes Haus, ein Auto oder ein neuer Fernseher - Kredite erweitern Ihren finanziellen Spielraum und helfen, dass Sie sich Ihre Wünsche früher erfüllen können. Kredite, auch Darlehen genannt, können aber auch in Notfällen hilfreich sein. Wenn Sie zum Beispiel Geld benötigen, weil die Heizung oder das Auto kaputt gegangen ist.

      Wer einen Kredit aufnimmt, trägt gleichzeitig eine große Verantwortung. Schließlich bekommen Sie das Geld nicht geschenkt, sondern müssen es mit Zinsen zurückzahlen. Darüber hinaus tragen Sie selbstverständlich auch Verantwortung für Ihre anderen finanziellen Verpflichtungen.

      Deshalb sollten Sie einen guten Überblick über Ihre Finanzen haben. Wissen Sie, wie viel Geld Sie jeden Monat für Ihren Lebensunterhalt ausgeben? Für Luxusgüter? Für Ihr Freizeitvergnügen? Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kreditkartenrechnungen? Ist Ihr Girokonto ständig in den "roten Zahlen"?

      Diese Website will Ihnen helfen, Belastungsgrenzen und Warnsignale rechtzeitig zu erkennen. Darüber hinaus bekommen Sie Tipps, wie Sie sich - sollten Sie bereits überschuldet sein - aus der Schuldenfalle befreien können.

  • Kredit ist nicht gleich Kredit

    • Ohne Kredite würde unsere Wirtschaft nicht funktionieren. Nur die wenigsten können von ihrem Ersparten ein Haus bauen, ein neues Auto kaufen oder das Studium der Kinder finanzieren. Auch Unternehmen investieren üblicherweise mithilfe von Krediten - etwa in neue Maschinen oder eine bessere IT-Ausstattung.

      Für praktisch jede Lebenssituation gibt es verschiedene Kredite: Autofahrer können damit ihren neuen Wagen leasen, Mieter können dem Wohnungseigentümer die Kaution in Form einer Bankbürgschaft bereitstellen, Abiturienten sich ein Studium ermöglichen und junge Familien ihren Traum vom Eigenheim wahr machen. Verbraucher, die lediglich vorübergehend knapp bei Kasse sind, können kurzfristig ihr Girokonto überziehen (und den Dispositionskredit beanspruchen) oder per Kreditkarte bezahlen.

  • Welche Kredite nutzen Privatkunden?

    • Ratenkredit

      Der Ratenkredit, auch Anschaffungs- oder Konsumentenkredit genannt, ist ein Darlehen über einen festen Betrag, der in Raten zurückgezahlt wird. In Deutschland werden Ratenkredite seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts angeboten.

      Der Ratenkredit wird meistens in gleichen Monatsraten zurückgezahlt. Die einzelne Rate setzt sich zusammen aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil. Der Zinssatz eines Ratenkredits ist meist höher als bei einer Immobilienfinanzierung, aber niedriger als bei einem Dispositionskredit. Die Laufzeit von Ratenkrediten bewegt sich meist zwischen 12 und 84 Monaten.

      Ratenkredite werden üblicherweise nur durch eine Lohn- und Gehaltsabtretung zugunsten der Bank abgesichert. Bei der Finanzierung von Autos erhält die Bank in der Regel das so genannte Sicherungseigentum am PKW und daher den Fahrzeugbrief als Sicherheit, bis der Kredit getilgt ist.

      Kreditlebensversicherungen werden unterschiedlich behandelt: teilweise beanspruchen Kreditinstitute diese auch als Kreditsicherheit, teilweise dienen sie nicht als Sicherheit für die Bank, sondern sichern den Kreditnehmer bzw. dessen Hinterbliebene im Falle von Tod oder Arbeitsunfähigkeit gegen die Forderungen der Bank ab.

    • Dispositionskredit

      Den Dispositionskredit ("Dispo") gibt es in Deutschland seit Ende der 60er Jahre. Dabei können Kunden einer Bank ihr Girokonto bis zu einem vereinbarten Betrag ("Kreditlinie") überziehen. Besondere Sicherheiten sind dazu nicht erforderlich. Ob und in welcher Höhe ein Dispositionskredit gewährt wird, hängt im wesentlichen von den regelmäßigen monatlichen Zahlungseingängen ab. Wenn sich die monatlichen Zahlungseingänge stärker verändern - etwa bei Arbeitslosengeld statt Nettogehalt - kann die Bank den Dispositionskredit kündigen oder an die veränderten Verhältnisse anpassen.

      Für die Nutzung des Dispositionskredits sind Sollzinsen zu zahlen, deren Höhe sich nach den aktuellen Marktzinsen richtet. Üblicherweise sind die Zinsen für einen Dispositionskredit höher als für einen Ratenkredit. Wird der "Dispo" dauerhaft beansprucht, kann es daher sinnvoll sein, eine Umschuldung in einen Ratenkredit vorzunehmen.

      Überschreitet der Kunde die vereinbarte Kreditlinie seines "Dispos", werden zudem Überziehungszinsen fällig, die noch einmal höher liegen können als die Sollzinsen des Dispositionskredits. Das Limit sollte daher, wenn überhaupt, nur kurz und in Ausnahmefällen überschritten werden. Grundsätzlich sollte man darauf achten, den Dispositionskredit in einem Zeitraum von zwei bis drei Monaten zurückzahlen zu können, da sonst rasch eine laufende und wachsende Verschuldung entstehen kann. Insbesondere dann, wenn der Kredit zusätzlich zu bestehenden Verbindlichkeiten beansprucht wird.

    • Kreditkarten

      Die am weitesten verbreitete Form der Kreditkarte in Deutschland ist die so genannte "Charge Card". Dabei werden die Umsätze einmal monatlich per Lastschriftverfahren vom Girokonto des Karteninhabers abgebucht. Vom Zeitpunkt des Einkaufs bis zur Belastung auf seinem Konto erhält der Karteninhaber somit einen zinslosen Kredit.

      Kreditkartenkunden können auch so genannte "revolvierende" Kredite nutzen. Dabei wird jeden Monat lediglich der Mindestbetrag sofort fällig. Das sind in der Regel 5 oder 10 Prozent des Saldos - also des mit der Karte umgesetzten Betrages. Wenn die Kunden den verbleibenden Betrag nicht vollständig tilgen möchten, dürfen sie die Kreditsumme in den Folgemonat übertragen. Dafür berechnet die Bank jedoch Zinsen. Im Vergleich zu einem Ratenkredit ist der revolvierende Kredit zwar flexibler, die Zinsen sind im allgemeinen aber auch höher. Der Grund dafür ist, dass die Tilgung über längere Zeit hinausgezögert werden kann. Revolvierende Kredite haben zunächst im anglo-amerikanischen Raum Verbreitung gefunden, inzwischen sind sie jedoch auch in Deutschland gebräuchlich geworden.

    • Bankbürgschaft (Avalkredit)

      Beim Erwerb von Wohneigentum ist das so genannte Annuitätendarlehen die gebräuchlichste Art der Finanzierung. Abgesichert sind derartige Immobilienkredite durch eine so genannte Grundschuld (früher Hypothek), das heißt, der Kreditgeber erhält ein Pfandrecht an einem Grundstück und dem damit verbundenem Gebäude.

      Die Bank stellt für den begünstigten Gläubiger (z.B. den Vermieter) eine Bürgschaftsurkunde aus. Hat der Gläubiger die Urkunde erhalten, ist die Bürgschaft gültig und kann vom Kunden nicht mehr einseitig rückgängig gemacht werden.

      Diese Bürgschaft gibt es nicht umsonst. Die Banken erheben dafür eine so genannte "Avalkredit-Provision", die dem Kunden für die Dauer der Bürgschaft berechnet wird. Diese Belastung endet erst, wenn die Urkunde an die Bank zurückgegeben wird. Daher muss der Mieter bei Auszug aus der Wohnung darauf achten, dass er die Bürgschaftsurkunde unverzüglich vom Vermieter zurückbekommt.

      Muss die Bank dem Gläubiger den Bürgschaftsbetrag auszahlen, wird die "Kreditleihe" zum echten Kredit. Die Bank belastet das laufende Konto des Kunden dann um die entsprechende Summe.

    • Immobilienfinanzierung

      Bankbürgschaften werden beispielsweise genutzt, um Mietkautionen zu leisten, ohne Eigenmittel einzusetzen. So kann ein Mieter die erforderliche Sicherheit gegenüber dem Vermieter durch seine Bank erbringen lassen. Da dem Kunden (in diesem Beispiel der Mieter) kein Geld, sondern die Kreditwürdigkeit der Bank zur Verfügung gestellt wird, spricht man hier auch von "Kreditleihe".

      Während zu Beginn der Rückzahlung der Zinsanteil sehr hoch und der Tilgungsanteil niedrig ist, kehrt sich dieses Verhältnis im Laufe der Jahre um. Das führt dazu, dass diese Darlehen bei regelmäßigen Zahlungen nach ca. 25 - 30 Jahren getilgt sind, wenn man mit einem Tilgungssatz von üblicherweise 1% pro Jahr (p.a.) beginnt.

      Der Zinssatz wird für eine bestimmte Laufzeit, meist für 5 oder 10, gelegentlich 15 Jahre, festgeschrieben. Danach werden die Zinsen zu marktüblichen Konditionen neu bestimmt.

  • Kreditkosten

    • Welche Kosten bei einem Kredit entstehen, kommt vor allem auf die Art des Kredits an.

      Die tatsächlichen Kosten für einen Kredit pro Jahr gibt der effektive Jahreszins an. Der nach gesetzlichen Vorgaben berechnete Effektivzins macht die unterschiedlichen Kreditangebote vergleichbar. Die Kosten einer vom Kunden freiwillig abgeschlossenen Kreditlebensversicherung fließen nicht in die Berechnung des effektiven Jahreszinses ein. Das ist nur dann der Fall, wenn die Bank den Abschluss einer solchen Versicherung zur Bedingung der Kreditgewährung macht.

      Der Gesetzgeber hat für Ratenkredite genaue Vorgaben gemacht. Darüber müssen die Kreditinstitute den Kunden bei Vertragsabschluss informieren. Dazu zählt auch ein Widerrufsrecht von 14 Tagen für den Ratenkreditkunden, über das er bei Vertragsabschluss schriftlich zu belehren ist.

    • Beim Dispositionskredit bewegen sich die Sollzinsen - sowie die jeweils höheren Überziehungszinsen bei Überschreitung des vereinbarten Kreditrahmens - variabel nach der aktuellen Marktentwicklung. Die Banken weisen den berechneten Zinssatz üblicherweise auf dem Kontoauszug des belasteten Girokontos aus.

    • Während der kurzzeitige Zahlungsaufschub bei "Charge Card"-Kreditkarten kostenfrei ist, werden bei Karten mit revolvierenden Krediten Zinsen für den Betrag berechnet, der nicht zum Fälligkeitstermin ausgeglichen wird. Je nach Karte und Vertragskonditionen können die Zinskosten hier sehr unterschiedlich ausfallen. Informieren Sie sich genau über die Höhe der zu zahlenden Zinsen, wenn Sie bei Kartenzahlungen von revolvierenden Krediten regelmäßig Gebrauch machen wollen. Vorsicht bei Partnerkarten: Zwar verdoppelt sich der finanzielle Spielraum, gleichzeitig aber auch die Verschuldungsgefahr.

    • Bei einer Bankbürgschaft hat der Kunde einmalig ein Entgelt für die Ausstellung der Urkunde und weiterhin periodisch eine so genannte Avalprovision zu zahlen. Sie beträgt in der Regel 1 bis 3 Prozent der Bürgschaftssumme pro Jahr.

    • Die Kosten einer Baufinanzierung setzen sich neben dem Nominalzins aus Bearbeitungsgebühren und Nebenkosten zusammen. Ähnlich wie beim Ratenkredit gibt auch hier der effektive Jahreszins die wichtigste Richtgröße zur Bemessung der Kreditkosten ab. Bei der Zinsfestlegung spielen neben dem allgemeinen Zinsniveau und der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank auch Faktoren wie die persönliche Kreditwürdigkeit des Kunden und der Wert der Immobilie eine Rolle. Da es sich bei Baufinanzierungen um langjährige Darlehen handelt, wird der Zinssatz normalerweise nicht für die gesamte Laufzeit des Kredits festgeschrieben, sondern nach 10 oder 15 Jahren neu berechnet. Als Nebenkosten kommen in Betracht Schätzkosten für das zu finanzierende Objekt und insbesondere Notar- und Gerichtskosten für die einzutragende Grundschuld. Tipp: gut informierte Berater weisen daraufhin, dass eine sog. "Buchgrundschuld" geringere Kosten verursacht als eine "Briefgrundschuld".

  • Ihre Finanzplanung

    • Der richtige Kredit für Sie

      Welcher Kredit der richtige für Sie ist, hängt davon ab, welche Ziele Sie in Ihrer Lebensplanung erreichen möchten. Ein Haus kaufen? Früher in Rente gehen? Ihren Kindern eine Ausbildung ermöglichen? Drei Kategorien von Zielen lassen sich unterscheiden:

      Kurzfristige Ziele, die in den kommenden 12 Monaten erreicht werden sollen, z.B. einen neuen Fernseher kaufen, den Urlaub finanzieren - oder das überzogene Girokonto ausgleichen.

      Mittelfristige Ziele, die man in zwei bis fünf Jahren verwirklichen will, z.B. die Anzahlung für eine Immobilie sparen, neue Möbel oder ein Auto anschaffen.

      Langfristige Ziele zu erreichen dauert länger als fünf Jahre, z.B. private Altersvorsorge oder Bau eines Eigenheims.

    • Kreditsumme, monatliche Belastung und verfügbares Einkommen

      Ein Kredit hilft Ihnen nur dann, Ihre Ziele zu erreichen, wenn Sie auch in der Lage sind, die monatliche Belastung zu tragen, die durch die Rückzahlung entsteht. Die Laufzeit eines Kredits beträgt häufig mehrere Jahre. In dieser Zeit können ungeplante Ausgaben auf Sie zukommen - oder Einnahmen, mit denen Sie fest rechnen, ausbleiben.

      Um zu vermeiden, durch eine zu hohe Belastung in eine finanzielle Schieflage zu geraten, sollten Sie bereits vor der Kreditaufnahme wissen, wie viel Geld Sie jeden Monat einnehmen und ausgeben. Dazu stellen Sie einen Haushaltsplan auf, durch den Sie Ihr monatliches verfügbares Einkommen ermitteln. Dieser Wert gibt Ihnen einen guten Anhaltspunkt dafür, wie hoch die monatliche Belastung einer Kreditrückzahlung für Sie maximal sein sollte.

      Online-Haushaltsrechner

      In den ersten Teil des Haushaltsplans fließen sämtliche Einnahmen ein, wie z.B. Ihr Nettogehalt, Kindergeld, Elterngeld, Rente, empfangene Unterhaltszahlungen, Mieteinnahmen, Zinseinnahmen, Dividenden und sonstige Einkünfte.

      Im zweiten Teil schlagen Ihre monatlichen Ausgaben zu Buche. Tragen Sie die genauen Beträge ein, sofern Sie Ihnen bekannt sind (z.B. Miete). Bemühen Sie sich bei den anderen Kosten (Lebenshaltung, Freizeit) um einen realistischen Schätzwert. Vergessen Sie nicht, jährlich anfallende Kosten wie die Kfz-Steuer oder Versicherungsgebühren auf die Monate umzulegen.

      Miete und Nebenkosten (Strom, Gas, Wasser, Gebühren)
      Lebenshaltungskosten (Essen, Kleidung, Kinderbetreuung, Körperpflege etc.)
      Telekommunikation und Medien (Festnetz, Mobiltelefon, Internetanschluss, GEZ-Gebühren, Zeitschriftenabos)
      Freizeit (Gaststätten, Kino, Urlaub etc.)
      Auto (Leasingrate, Kraftstoff, Reparaturen, Steuer etc.)
      Versicherungen (Haftpflicht, Rechtsschutz etc.)
      Vorsorge, Sparen (Lebensversicherung, Bausparvertrag etc.)
      Laufende Kredite (z.B. für getätigte Anschaffungen)
      Sonstige Kosten (Unterhalt, Vereinsmitgliedschaften)

      Von den Gesamteinnahmen werden nun die Gesamtausgaben abgezogen. Unter dem Strich bleibt das verfügbare Einkommen übrig. Dieser Betrag ist es, der Ihnen finanziellen Spielraum verleiht: zum Sparen, als "Puffer" für Unvorhergesehenes oder zur Rückzahlung eines Kredits.

      Je nach dem, wie lange Sie bereit sind, einen bestimmten Teil Ihres verfügbaren Einkommens für die Rückzahlung eines Kredits aufzuwenden, lässt sich die Höhe des möglichen Kredits für Sie ermitteln. Soll die Kreditsumme höher ausfallen, muss die Laufzeit entsprechend verlängert werden. Das bedeutet für Sie zwar, dass Sie insgesamt mehr Zinsen zahlen müssen, dafür können Sie die monatlichen Rückzahlungen aber fristgerecht leisten. Vereinbaren Sie keinesfalls eine höhere monatliche Rückzahlungsrate als es Ihre Haushaltsplanung zulässt!

    • Der Kreditantrag

      Seriöse Kreditgeber schauen sich verschiedene Kennzahlen an, bevor sie einen Kredit gewähren. Das wichtigste Entscheidungsinstrument ist das so genannte "Scoring". Dahinter verbirgt sich ein statistisch-mathematisches Verfahren, um Ihre Kreditwürdigkeit, auch "Bonität" genannt, zu ermitteln. Das Kreditinstitut stellt Ihnen Fragen zur persönlichen Situation und vergibt entsprechende Punkte. Diese Punkte helfen bei der Prognose, ob der Kredit ohne Probleme zurückgezahlt wird.

      Dabei wird auch bewertet, ob die Kunden in der Vergangenheit bereits Kredite pünktlich zurückgezahlt haben, ob sie zur Miete wohnen oder Immobilien besitzen, wie lange sie an ihrem Wohnort gemeldet sind und wie lange sie bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind.

    • Die SCHUFA

      Die SCHUFA sammelt Daten über Bankkunden und deren Umgang mit Konten, Krediten, Kreditkarten etc. Wenn Sie einen Kredit beantragen, holt die Bank von der SCHUFA Informationen über Ihre Bonität ein. Eine negative SCHUFA-Auskunft, z.B. im Fall einer eingezogenen Kreditkarte, kann die Aussicht auf Erteilung eines Kredits entscheidend verschlechtern.

      Verbraucher können bei der SCHUFA eine "Eigenauskunft" beantragen. Dies ist im Internet, per Post oder persönlich möglich.

      Während die mündliche Information vor Ort kostenlos ist, wird für eine schriftliche Auskunft 18,50 Euro (Stand: 1. Februar 2012, Quelle: www.meineschufa.de) berechnet.

  • 8 Regeln bei der Aufnahme eines Kredits

    • 1.
      Verschaffen Sie sich schon vor dem Bankbesuch eine möglichst genaue und vollständige Übersicht über Ihre Einnahmen und Ausgaben.

    • 2.
      Holen Sie in bestimmten Zeitabständen - am besten einmal im Jahr - eine Selbstauskunft bei der SCHUFA ein. So können Fehler entdeckt und korrigiert werden, die Sie bei der Kreditvergabe benachteiligen könnten.

    • 3.
      Informieren Sie sich bei mehreren Banken über die Kreditkonditionen und vergleichen Sie die Angebote genau. Maßgeblich für die Kreditkosten ist der effektive Jahreszins und nicht der Nominalzins, da dieser nicht alle Kosten des Kredits beinhaltet.

    • 4.
      Lassen Sie sich vor Unterzeichnung des Kreditvertrags die Bedingungen genau erläutern. Unterschreiben Sie auf keinen Fall, wenn Sie Zweifel haben, dass Sie den Kredit zurückzahlen können.

    • 5.
      Verschweigen Sie der Bank keine Angaben, wie zum Beispiel Unterhaltszahlungen, um den Kredit zu bekommen. Nur so kann die Kreditrate Ihren Möglichkeiten entsprechend kalkuliert werden.

    • 6.
      Achten Sie darauf, wenn Sie Kredite bei mehreren Instituten gleichzeitig aufgenommen haben, dass Sie den Überblick nicht verlieren.

    • 7.
      Sollten Sie es sich nach der Unterschrift anders überlegen, bleiben Ihnen immer noch 14 Tage Zeit, den Kreditvertrag zu widerrufen - ohne irgendwelche Nachteile für Sie. Das ausgezahlte Geld müssen Sie dann aber selbstverständlich sofort vollständig zurückzahlen.

    • 8.
      Allergrößte Vorsicht ist geboten bei so genannten "SCHUFA-freien" Kreditangeboten! Häufig geht es den Anbietern lediglich darum, Gebühren von Ihnen zu kassieren, ohne dass jemals die versprochene Kreditsumme ausbezahlt wird. Ein seriöser Kreditgeber wird Ihnen kein Geld ohne jegliche Bonitätsprüfung oder Sicherheit leihen.

  • Im Falle eines Falles

    • In Krisenzeiten Überschuldung vermeiden

      Auch vorsichtige Verbraucher können in eine finanzielle Schieflage geraten - etwa wenn sich die persönliche Situation plötzlich ändert. Solch ein Fall kann durch längere Krankheit, Arbeitsunfähigkeit, Arbeitsplatzverlust, Scheidung oder Tod des Partners eintreten.

      In physisch und emotional schwierigen Zeiten fühlen sich Menschen besonders schnell überfordert und kaum in der Lage, ihre Geldangelegenheiten zu regeln. Das ist nur allzu verständlich. Doch gerade in solchen Situationen steht Ihnen meist weniger Geld zur Verfügung als bisher. Gleichzeitig kann es neue Belastungen geben, auf die Sie sich noch gar nicht eingestellt haben.

      Auch wenn es schwerfällt: Stecken Sie den Kopf nicht in den Sand. Nur wenn Sie sich Ihrer neuen Lebenssituation stellen, können Sie diese meistern. Scheuen Sie sich nicht davor, andere um Rat und Hilfe zu bitten.

      Gegen die finanziellen Folgen, die solche Situationen nach sich ziehen, kann man sich teilweise durch Vorsorge und geeignete Versicherungen schützen. Trotzdem werden Sie wahrscheinlich Ihren Lebensstil und Ihre Haushaltsplanung - zumindest vorübergehend - an die neue Situation anpassen müssen.

    • Arbeitslosigkeit

      Wenn Ihnen gekündigt wurde, wenden Sie sich sofort persönlich an Ihre Agentur für Arbeit. Arbeitslosengeld wird frühestens ab dem Tag gezahlt, an dem Sie sich arbeitslos gemeldet haben - niemals rückwirkend. Für den Antrag auf Arbeitslosengeld benötigen Sie: Personalausweis, Sozialversicherungsausweis, Lohnsteuerkarte, Arbeitsnachweis der letzten 12 Monate (vom Arbeitgeber), gegebenenfalls das Kündigungsschreiben. Geben Sie den Antrag am besten persönlich ab, dann können offene Fragen gleich mit den Beratern geklärt werden.

      Mit dem Bezug von Arbeitslosengeld stehen Ihnen in der Regel 60 Prozent (bzw. 67 Prozent, wenn Sie Kinder haben) - Ihres letzten Nettogehalts zur Verfügung(Stand: 1. Februar 2012, Quelle: www.arbeitsagentur.de). Dies bedeutet einen drastischen Einkommensverlust. Kommen Sperrzeiten hinzu, in denen die Arbeitsagentur nicht zahlt, verschärft sich die Situation entsprechend.

      Wenn Sie die Agentur für Arbeit darüber informieren, können Sie auch als Empfänger von Arbeitslosengeld eine Nebentätigkeit ausüben und damit Ihr Budget aufbessern. Einen bestimmten Freibetrag dürfen Sie behalten, was Sie darüber hinaus verdienen, wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet (1. Februar 2012, Quelle: www.arbeitsagentur.de). Dies ist allemal besser, als durch Schwarzarbeit in Konflikt mit Gesetz und Finanzamt zu kommen. Informationen finden Sie hier: www.arbeitsagentur.de

      Setzen Sie alles daran, die Ausgaben an Ihre neue Einkommenssituation anzupassen, um eine Überschuldung zu vermeiden: Wenn Sie einen neuen Job gefunden haben und der Arbeitgeber während Ihrer Probezeit eine Lohnpfändung (bzw. Gehaltsabtretung) erhält, laufen Sie Gefahr, sofort wieder gekündigt zu werden. Informieren Sie auch umgehend Ihre Bank, da sich die Einnahmensituation durch die Arbeitslosigkeit wesentlich ändert.

    • Krankheit und Arbeitsunfähigkeit

      Zahlreiche Menschen in Deutschland werden während ihres Erwerbslebens für längere Zeit arbeitsunfähig, sei es durch Krankheit oder Unfall . Weil die Einkommen der Betroffenen in dieser Zeit sinken, sollte sich jeder auf eine solche Situation vorbereiten.

      Vorsorge: Informieren sie sich, ob eine Versicherung gegen Arbeitsunfähigkeit sinnvoll für Sie ist. Wenn Sie einen Kredit zurückzahlen müssen, kann gegebenenfalls eine zuvor abgeschlossene Restschuldversicherung bzw. Kreditlebensversicherung greifen - und Sie von der Rückzahlung befreien.

    • Scheidung

      Wenn sich Eheleute scheiden lassen, müssen auch die Finanzen zwischen den Partnern geregelt werden. Da die wenigsten Paare einen Ehevertrag schließen, der die Geldangelegenheiten im Scheidungsfall festlegt, leben sie automatisch in einer so genannten Zugewinngemeinschaft. In diesem Fall gibt ein Scheidungsanwalt Auskunft, wie das Vermögen aufgeteilt wird.

      Grundsätzlich sind die Partner zwar nicht für die Schulden des anderen verantwortlich: bei gemeinsamen Schulden haftet aber jeder Teil für den gesamten Betrag. Anders als beim Vermögen können also die Schulden ohne Mitwirkung des Kreditgebers nicht aufgeteilt werden.

      Besonders riskant ist die Übernahme von Bürgschaften, weil der Bürge sich aus dieser Verpflichtung in der Regel nicht selbst befreien kann - es sei denn, durch Zahlung der vollen verbürgten Schuld. In diesem Fall sollte man einen Anwalt um Rat fragen.

    • Tod eines Angehörigen

      Während der Trauer um den verstorbenen Partner oder einen nahen Angehörigen bedarf es großer Überwindung, finanzielle Dinge anzupacken. Das Regeln eines Nachlasses erfordert Zeit, Energie - und ist häufig mit einer großen emotionalen Anstrengung verbunden. Wenn Sie sich überfordert fühlen, ziehen Sie am besten einen Fachmann zu Rate, zum Beispiel einen Anwalt oder Steuerberater. Erkundigen Sie sich vorher nach den Kosten und vereinbaren Sie schriftlich, was der Experte tun soll.

      Schnellstmöglich - in der Regel innerhalb von 48 Stunden - sollten Sie die Lebensversicherung über den Todesfall informieren. Gegebenenfalls können Sie einen Vorschuss auf die Versicherungssumme erhalten. Informieren müssen Sie darüber hinaus den Arbeitgeber, das Nachlassgericht zur "Eröffnung" eines eventuell vorhandenen Testaments, die Deutsche Rentenversicherung, die Bank(en) und Versicherung(en) des Verstorbenen sowie Versorgungsgesellschaften (Gas, Strom, Wasser). Denken Sie auch an laufende Verträge (z.B. Telefon) und Abonnements (Zeitungen).

      Achten Sie darauf, dass alle wichtigen Unterlagen zur Verfügung stehen: Geburts-, Heirats- und Sterbeurkunde, Sozialversicherungsausweis, Steuerbescheide, Versicherungspolicen, Auszüge von Bankkonten und Wertpapierdepots, Kontoauszüge von Kreditkarten sowie Kreditverträge.

      Eine Sterbeurkunde benötigen Sie zur Vorlage bei der Deutschen Rentenversicherung, der Krankenkasse und gegebenenfalls der privaten Lebens- bzw. Unfallversicherung, oftmals aber auch zur Vorlage bei der Bank des Verstorbenen. Für die Ausstellung ist das Standesamt zuständig, in dessen Bezirk der Sterbefall eingetreten ist.

      Für den Verstorbenen müssen die Erben u. U. noch eine Einkommensteuererklärung beim Finanzamt abgeben. Die Finanzbeamten sind verpflichtet, beim Ausfüllen der Formulare zu helfen. Eine Fristverlängerung können Sie formlos beim Finanzamt beantragen. Sollte der Verstorbene eine Immobilie besessen haben, müssen die Erben die zuständige Kommune benachrichtigen und sind für die Zahlung der Grundsteuern verantwortlich.

  • Schulden abbauen

    • Verschuldung und Überschuldung

      Wenn Sie bestimmte Konsumwünsche oder Lebensziele mit geliehenem Geld verwirklichen, nennt man das "Verschuldung".

      98 Prozent (Stand: 2011, Quelle: Bankenfachverband) aller Ratenkredite in Deutschland werden vereinbarungsgemäß zurückgezahlt. Anders gesagt gelingt es den Kreditnehmern, ihre Verschuldung über die Kreditlaufzeit wieder auf Null zu reduzieren. Oft ist es sogar möglich, die Verschuldung früher als geplant zu beenden, wenn unerwartete Einkünfte wie z.B. Gehaltserhöhungen oder Erbschaften zur zusätzlichen, beschleunigten Schuldentilgung verwendet werden.

      Ungeplante Ereignisse können aber auch der Grund dafür sein, dass die Schuldentilgung nicht wie geplant voranschreitet. So geraten rund zwei Prozent der Kreditnehmer bei der Rückzahlung in Schwierigkeiten - aus der Verschuldung kann nun eine Überschuldung werden.

      Von "Überschuldung" spricht man, wenn das Einkommen nicht mehr ausreicht, um die Lebenshaltungskosten zu decken und zugleich alle Zahlungsverpflichtungen pünktlich zu erfüllen. In diesem Fall gerät der Schuldner in Zahlungsrückstand, zusätzliche Kosten für Zinsen und Mahnbescheide sind die Folge: die Schuldenspirale beginnt sich zu drehen.

      Aus den Schulden herauszukommen, ist nicht einfach und geschieht nicht von heute auf morgen. Meistens benötigt man einen langen Atem, vor allem aber auch eine große Disziplin bei der Begrenzung seiner freiwilligen Ausgaben, um den persönlichen Finanzhaushalt zu sanieren.

    • Die Unterstützung einer Schuldnerberatung suchen

      Wenn Ihnen die Schulden über den Kopf wachsen, sollten Sie sich Unterstützung bei einer unabhängigen Stelle - z.B. einer Schuldnerberatung - suchen. Dort können die Berater Ihnen helfen, Ihre finanzielle Situation genau zu analysieren und versuchen, Wege aus der vermeintlichen Sackgasse aufzuzeigen. Die Schuldnerberatung kann Ihnen auch mit wichtigen rechtlichen Informationen zur Seite stehen und unterstützt Sie bei Verhandlungen mit Gläubigern.

      Kostenlos arbeiten in der Regel die Schuldnerberatungen der Wohlfahrtsverbände [eine Übersicht der Beratungsstellen finden Sie zum Beispiel unter: www.schuldenhelpline.de], Kommunen und Verbraucherzentralen. Teilweise werden geringe Gebühren erhoben, achten Sie darauf, dass es sich um anerkannte Schuldnerberaterstellen handelt. Die öffentlichen Schuldnerberatungen sind von den Sozialministerien anerkannt. Melden Sie sich dort frühzeitig, denn bei vielen dieser Einrichtungen müssen Sie mit Wartezeiten rechnen.

      Die Schuldenhelpline, ein bundesweites Projekt der als gemeinnützig anerkannten Schuldnerhilfe Köln e.V., hat eine Telefon-Hotline mit der Nummer: 0180 - 456 456 4 (Festnetzpreis 0,20 EUR/Anruf, max. 0,60 EUR/Anruf aus Mobilfunknetzen) geschaltet, die Sie montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr erreichen können. Am Telefon erhalten Sie ersten finanziellen Rat, darüber hinaus werden die Experten Sie an eine Schuldnerberaterstelle in Ihrer Nähe verweisen.

      Grundsätzlich kostenpflichtig sind spezialisierte Anwälte, die eine Schuldnerberatung anbieten. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Amtsgericht, ob für hierfür ein Beratungshilfeschein ausgestellt wird. Damit können Sie einen Teil der anwaltlichen Leistung gegen eine Zuzahlung von 10 Euro erhalten.

      Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die so genannte "Soforthilfe" versprechen. Häufig stehen die hohen Gebühren, die gefordert werden, in keinem Verhältnis zur angebotenen Beratungsleistung.

    • Die persönliche Haushaltsituation verbessern

      Wer Monat für Monat mehr ausgibt als er einnimmt, hat entweder große Ersparnisse oder lebt "auf Pump". Ein Zustand, der auf Dauer nicht gutgehen kann. Um dieser finanziellen Schieflage zu entkommen, müssen Sie Ihre Einnahmen erhöhen oder Ihre Ausgaben senken - am besten beides gleichzeitig.

      Prüfen Sie, ob die Möglichkeit besteht, eine Nebentätigkeit auszuüben, mit der Sie Ihre Einnahmen dauerhaft aufbessern können, z.B. einen so genannten 400-Euro-Job. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass es sich um eine ordentlich gemeldete Tätigkeit handelt: durch Schwarzarbeit riskieren Sie eine hohe Geldbuße, die Ihre finanzielle Lage weiter verschlimmert. Erkundigen Sie sich auch, ob Ihnen Sozialleistungen (Wohngeld etc.) zustehen, die Sie bisher noch nicht in Anspruch genommen haben.

      Sparpotenziale finden und nutzen

      Um die Kosten in Ihrem Haushalt zu reduzieren, müssen Sie zunächst sämtliche Ausgaben lückenlos erfassen. Führen Sie ein Haushaltsbuch, in dem Sie täglich notieren, wofür Sie Ihr Geld ausgeben. Schreiben Sie auch alle Kleinbeträge auf, denn sie können sich über längere Zeit zu großen Zahlen summieren. Selbstverständlich sind auch die Ausgaben, die einmal monatlich (Miete etc.), vierteljährlich (GEZ-Gebühr) oder jährlich (Kfz-Steuer) zu zahlen sind, in dieser Auflistung vollständig zu erfassen. Erst dann sehen Sie genau, wofür das Geld tatsächlich ausgegeben wird. Eine solche Übersicht hilft Ihnen dabei, Ihre Kosten zu ordnen und Sparpotenziale zu ermitteln.

      In jedem Haushalt gibt es regelmäßige Ausgaben wie Miete (bzw. Rückzahlungsrate eines Immobilienkredits), Versicherungsbeträge, Kfz-Steuer etc. Diese Ausgaben lassen sich nicht ohne weiteres verringern. Allerdings können Sie darüber nachdenken, ob ein kleineres Auto in Frage kommt - oder ob Sie mit anderen Verkehrsmitteln grundsätzlich billiger fahren. Machen Sie sich klar: Geld sparen bedeutet nicht zuletzt, auf bestimmte Bequemlichkeiten zu verzichten.

      Zu den variablen Kosten Ihres Haushalts gehören die Ausgaben für Lebensmittel, Benzin, Telefon, Freizeit, Zigaretten. Hier können Sie durch Ihr Verbrauchsverhalten sofort die Kosten verringern und dadurch deutliche Effekte erzielen.

    • Das Gespräch mit den Gläubigern führen

      Wer als Schuldner in Zahlungsrückstand gerät, sollte aktiv auf seine Gläubiger zugehen, bevor es womöglich zu einer Meldung an die SCHUFA kommt. Eventuell lässt sich eine Einigung auf einen Rückzahlungsplan erzielen.

      Als Schuldner können Sie in gewissen Grenzen vorschlagen, wie Sie sich eine Rückzahlung vorstellen. Überlegen Sie sich, ob Sie jedem Gläubiger monatlich die gleiche Summe zurückzahlen oder ob Sie dem Gläubiger mit den höchsten Zinsen ggfs. mehr überweisen.

      Erläutern Sie Ihrem Gläubiger Ihre aktuelle Situation, sagen Sie, dass Sie mehr Zeit zur Rückzahlung benötigen. Erwähnen Sie dabei alles, was für den Gläubiger die Gewissheit der Rückzahlung erhöht (z.B. neue Arbeitsstelle) und was Sie bisher unternommen haben, um die Schulden zu verringern. Bitten Sie den Gläubiger um Stundung und/oder Reduzierung der Rückzahlungsraten.

      Gläubiger sind in erster Linie an der Rückzahlung des Kredits interessiert. Daher unterstützen sie oft Schuldner, die glaubwürdig machen, dass sie ihre Schulden abbauen wollen. Nicht jeder Gläubiger wird freudestrahlend reagieren. Bleiben Sie trotzdem hartnäckig und bereiten Sie sich darauf vor, Kompromisse zu schließen.

      Wer dagegen den Dingen einfach ihren Lauf lässt, muss mit einer Kreditkündigung rechnen. In diesem Fall ist die geschuldete Summe auf einen Schlag fällig. Kündigung des Girokontos und Lohnpfändung drohen häufig als nächste Schritte - so wird es immer schwieriger, die Situation zu bereinigen. Gehen Sie das Problem daher so früh wie möglich an.

  • Was lässt sich konkret tun?

    • Kreditverlängerung

      Unter Umständen stimmt der Gläubiger einer Laufzeitverlängerung zu. Während einige Gläubiger in dieser Zeit keine Zahlung verlangen, also die Rate aussetzen, bestehen andere auf Teilzahlung.

      Der Gläubiger kann bereit sein, die monatlichen Rückzahlungsraten zu verringern - bei gleichzeitiger Verlängerung der Laufzeit. Dadurch steigt zwar die Gesamthöhe der Zinsen, aber der Schuldner ist in der Lage, die Raten pünktlich zu zahlen. Erkundigen Sie sich, ob diese Kreditverlängerung der SCHUFA gemeldet wird.

    • Kreditumschuldung

      Ein umgeschuldeter Kredit ist ein neuer Kredit, nicht bloß eine Verringerung der monatlichen Belastung bei Verlängerung der Laufzeit (siehe oben). Dieser neue Kredit beinhaltet einen neuen Rückzahlungsplan und einen neuen effektiven Jahreszins auf Grundlage der aktuellen Zinssätze, die unter Umständen günstiger als der Altkredit sein können.

    • Konsolidierungskredit

      Ein Konsolidierungskredit fasst alle bestehenden Verbindlichkeiten in einen einzigen neuen Kredit zusammen. Damit die Altschulden getilgt werden können, fällt die monatliche Belastung niedriger aus als die Summe der Altschulden. Allerdings verlängert sich die Laufzeit deutlich. Aufgrund der geringeren monatlichen Belastung kann Ihnen solch ein Kredit helfen, kein säumiger Schuldner zu werden. Er kann aber dann zum Problem werden, wenn Sie fälschlicherweise annehmen, dass Sie nun erneut "auf Pump" leben können.

  • Die Verbraucherinsolvenz

    • Ausweg oder Sackgasse?

      Seit 1999 können auch Privatpersonen geregelt in Konkurs gehen. Dieses Verfahren heißt Verbraucherinsolvenz.

      Zunächst muss der Schuldner versuchen, sich mit seinen Gläubigern außergerichtlich zu einigen und zum Beispiel eine Ratenzahlung, Stundung oder einen Teilerlass auszuhandeln. Dieser Einigungsversuch - idealer Weise mit Unterstützung einer Schuldnerberatungsstelle - ist die Voraussetzung für das gerichtliche Insolvenzverfahren. Wird der Schuldner mit seinen Gläubigern nicht einig, kann er beim Amtsgericht einen Antrag auf Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens stellen. Hierbei beantragt er die Restschuldbefreiung.

      Auch das Gericht versucht nun erst einmal, eine Einigung mit den Gläubigern zu erreichen. Gelingt das nicht, kommt das Verfahren in Gang: Der Richter setzt einen Treuhänder ein. Dieser verteilt in den folgenden Jahren das pfändbare Vermögen des Schuldners auf die Gläubiger.

      Mit dessen Einsetzung beginnt die so genannte "Wohlverhaltensphase". Sie dauert sechs Jahre. Ein Teil des Gehalts - auch pfändbarer Teil genannt - wird in diesen sechs Jahren vom Arbeitgeber oder Arbeitsamt direkt auf ein Treuhänderkonto abgeführt. Erbt der Schuldner in dieser Zeit etwas, muss er davon die Hälfte abführen. Sind die sechs Jahre vergangen, erlässt das Gericht die Restschulden. Die Gläubiger müssen auf noch ausstehende Beträge verzichten.

      Während dieser Wohlverhaltensphase hat der Schuldner einige Pflichten. Vernachlässigt er diese, gibt es keine Restschuldbefreiung. Der Schuldner darf geerbtes Vermögen nicht verschweigen, muss, wenn er arbeitslos ist, sich um Arbeit bemühen und jede zumutbare Arbeit annehmen, und natürlich Arbeitsplatz- und Wohnortswechsel angeben.

  • Scoring

    • Scoring - was ist das?

      Scoring dient dazu, Ihre Kreditwürdigkeit objektiv und neutral zu beurteilen. Grundlage dafür sind zum einen Informationen, die Sie beim Kreditantrag zur Verfügung stellen, etwa zu Ihren finanziellen Verhältnissen. Zum anderen verwenden die Banken auch Informationen aus der bisherigen Kundenbeziehung oder auch von Auskunfteien. Jede dieser Informationen wird auf Basis eines statistisch-mathematischen Verfahrens bewertet, daraus ergibt sich eine bestimmte Punktzahl. Diesen Wert bezeichnet man als "Score". Der Score gibt die Wahrscheinlichkeit an, ob Sie einen Kredit zurückzahlen können.

      Für Banken ist Ihr Score-Wert eine neutrale Entscheidungshilfe, ob und zu welchen Bedingungen Sie einen Kredit erhalten können. Trotzdem ist dieser Wert nicht das alleinige Entscheidungskriterium. Weitere wichtige Faktoren können bestehende Fremdverbindlichkeiten - also beispielsweise laufende Kredite - oder bestehende Organisationsrichtlinien der Bank sein. Scoring ist also lediglich eine Komponente der Kreditentscheidung.

    • Die Vorteile von Scoring-Verfahren

      Banken nutzen Scoring, um für alle Kunden gerechte und nachvollziehbare Kreditentscheidungen treffen zu können.

      Da Scoring dabei unterstützt, die Wahrscheinlichkeit der Kreditrückzahlung einzuschätzen, ist es für Banken als verantwortungsvolle Kreditgeber ein wichtiges Planungsinstrument. Außerdem können Kreditanfragen zuverlässig nach den gleichen Maßstäben beurteilt werden. Die Banken entwickeln die Scoring-Verfahren ständig weiter, um auch in Zukunft objektive und faire Entscheidungen treffen zu können.

      Scoring trägt wesentlich dazu bei, Kreditwünsche der Kunden schnell und einfach bearbeiten zu können. Dabei profitieren Kunden mit einem geringen Ausfallrisiko durch günstigere Kreditzinsen, denn sie müssen nicht das Risiko anderer Kreditnehmer mittragen. Mit Scoring kann die individuelle Kreditwürdigkeit jedes Kunden objektiv ermittelt werden. Deshalb schützt das Verfahren Kunden auch vor finanziellen Überlastungen - also vor einer möglichen Überschuldung.

    • Die Daten für das Scoring

      Beim Scoring nutzen die Banken Informationen, die Sie bei der Kreditanfrage genannt haben, zum Beispiel Ihr Einkommen und Ihr Beschäftigungsverhältnis. Auch Erfahrungen, die Ihre Bank bisher mit Ihnen gesammelt hat, zum Beispiel die problemlose Rückzahlung eines früheren Kredits, spielen eine wichtige Rolle.

      Darüber hinaus nutzen die Banken mit Ihrer Zustimmung Daten, die sie von Kreditauskunfteien, zum Beispiel der SCHUFA, erhalten. Zu solchen kreditrelevanten Informationen gehören etwa die Anzahl Ihrer laufenden Kredite oder auch bestehende Kreditkartenverträge. Welche Daten Auskunfteien wie die SCHUFA über Sie gespeichert haben, können Sie dort direkt über eine Selbstauskunft erfragen. Die Anschrift der SCHUFA finden Sie am Ende dieser Information.

      Beim Scoring ist jedoch keine Information allein ausschlaggebend darüber, ob und zu welchen Bedingungen Ihrem Kreditwunsch entsprochen wird. Eine Kreditentscheidung ergibt sich grundsätzlich aus der Kombination aller einfließenden Faktoren. So ist zum Beispiel nicht allein die Höhe Ihres Einkommens maßgeblich, sondern unter anderem auch wie viele Personen davon leben und welche weiteren Zahlungsverpflichtungen Sie haben.

      Die für das Scoring nötigen Daten ergeben sich aus unterschiedlichen Quellen und Informationen, zum Beispiel:

      Quelle Kundenmerkmale
      Daten zur Person und zu den Wohnumständen
      • Alter
      • Familienstand
      • Angaben über die Dauer des letzten Mietverhältnisses
      • Angaben über die Existenz eines Telefonanschlusses
      Daten zu Einkommens-, Vermögens- und Beschäftigungsverhältnissen
      • Angaben über Beruf/Branche
      • Einkommen
      Daten aus der Geschäftsbeziehung
      • Informationen über Mahnungen/Zahlungserinnerungen
      • Kreditlimitnutzung
      Externe Auskunftei-Informationen
      • Anzahl der Girokonten bei anderen Banken
      • Anzahl bereits erledigter Kredite
      Auskunftei Standardscore
      • SCHUFA-Score Telekommunikation
      Kreditverwendung
      • Art des Händlers, bei dem der Kredit beantragt wurde
      Selbstauskunft Kredit
      • Selbstauskunft über TARGOBANK- Kreditprodukte

      Selbstverständlich beachten wir die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes sowie alle weiteren gesetzlichen Bestimmungen.

    • Was Sie für einen guten Score-Wert tun können

      Ihr persönlicher Score-Wert hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie können diese positiv beeinflussen, indem Sie beispielsweise:

      - korrekte und aktuelle Angaben zu Ihren persönlichen und finanziellen Verhältnissen machen

      - darauf achten, dass Kreditschulden in einem ausgewogenen Verhältnis zum Einkommen stehen

      - Rechnungen fristgerecht bezahlen

      - Kreditverpflichtungen erfüllen und Raten bei Teilzahlungsvereinbarungen begleichen

      - Kreditlinien für das Girokonto oder die Kreditkarte nicht überziehen

      Durch die sorgfältig ermittelten Score-Werte beurteilen Banken Ihre Kreditwürdigkeit nach einem neutralen Verfahren. Dadurch ist es möglich, passende und verantwortungsvolle Kreditentscheidungen zu treffen.

      Scoringauskunft
      Seit 01. April 2010 haben Sie die Möglichkeit, eine Auskunft über Ihre bei der TARGOBANK gespeicherten Scorewerte zu erhalten, die für Kreditentscheidung herangezogen wurden. Die Anforderung dieser Auskunft erfolgt auf schriftlichem Wege. Ein Formular zu Beantragung finden Sie im Formularbereich.

      Scoringauskunft
      SCHUFA Holding AG
      Postfach 61 04 10
      10927 Berlin
      Tel.: www.meineSCHUFA.de

  • Scoring

    • Bin ich in der Schuldenfalle?

      Rechnungen stapeln sich, das Einkommen reicht hinten und vorn nicht: Wer nicht gegensteuert, endet früher oder später in der Schuldenfalle. Sind Sie betroffen? Die folgenden 10 Fragen liefern deutliche Anhaltspunkte. Wer mindestens zwei Fragen mit "Ja" beantwortet, gilt als gefährdet.

      1. Bekommen Sie Mahnungen?

      2. Zahlen Sie die meisten Rechnungen erst nach dem Fälligkeitstermin?

      3. Ist Ihr Einkommen zu niedrig, um alle Rechnungen zu zahlen?

      4. Überschreiten Sie regelmäßig die Kreditlinie Ihres Dispositionskredits?

      5. Haben Sie einen Kredit aufgenommen, um das ständige Minus auf Ihrem Girokonto auszugleichen?

      6. Müssen Sie jeden Monat mehr als 20 Prozent Ihres Nettoeinkommens für die Rückzahlung von Krediten (ohne Miete und Immobilienkredit) aufbringen?

      7. Hat eine Bank Ihren Kreditantrag abgelehnt?

      8. Ist Ihnen der genaue Betrag Ihrer Gesamtschulden unbekannt?

      9. Benutzen Sie gleichzeitig mindestens drei Kreditkarten?

      10. Wurde Ihre Kreditkarte abgelehnt, weil die Höchstgrenze erreicht war?

    • Unterstützung suchen - am schnellsten telefonisch

      Holen Sie sich Unterstützung, wenn Ihnen die Schulden über den Kopf wachsen. Zum Beispiel hat die Schuldenhelpline, ein Projekt der als gemeinnützig anerkannten Schuldnerhilfe Köln e.V., eine Telefon-Hotline mit der Nummer: 0180-456 456 4 (Festnetzpreis 0,20 EUR/Anruf, max. 0,60 EUR/Anruf aus Mobilfunknetzen) geschaltet, die Sie montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr sowie dienstags und donnerstags von 15 bis 20 Uhr erreichen können.

  • 10 Tipps zur Haushaltsführung

    • 1.
      Definieren Sie genau Ihre Konsumziele für die Zeit, in denen Sie Ihren Haushalt stabilisieren wollen (z.B. die Ausgaben für Urlaub und Neuanschaffungen) - und halten Sie diese ein.

    • 2.
      Notieren Sie konsequent sämtliche Ausgaben. Heben Sie alle Belege und Quittungen auf.

    • 3.
      Versuchen Sie, jeden Monat einen anderen Ausgabenbereich um 5 bis 10 Prozent zu senken.

    • 4.
      Versuchen Sie, jeden Monat einen kleinen Betrag in Ihrer Haushaltskasse übrig zu behalten. Zahlen Sie diesen Betrag auf ein Spar- oder Tagegeldkonto, um Geld für unvorhergesehene Ereignisse zur Verfügung zu haben.

    • 5.
      Große Anschaffungen sollten Sie sich nur leisten, wenn sie bar bezahlt werden können.

    • 6.
      Vorsicht vor Schlussverkäufen, Rabattaktionen und Preissenkungen: Wer etwas für 60 Euro kauft, das vorher 100 Euro gekostet hat, spart nicht 40 Euro, sondern gibt immer noch 60 Euro aus. Der Kauf ist nur dann ein gutes Geschäft, wenn Sie das Produkt wirklich brauchen.

    • 7.
      Versuchen Sie eine Nebentätigkeit auszuüben, um die Einnahmen zu steigern, wenn es sich mit Ihrer persönlichen Situation vereinbaren lässt.

    • 8.
      Informieren Sie sich, ob Ihnen Sozialleistungen und Beihilfen zustehen, die Sie bisher noch nicht beansprucht haben.

    • 9.
      Sammeln Sie alle Dokumente und Unterlagen zu Konten und Krediten am selben Ort. Legen Sie am besten einen Aktenordner an. Dort hinein gehören auch alle Rechnungen und Mahnungen.

    • 10.
      Öffnen Sie immer Ihre Post. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand, wenn Sie Mahnungen erhalten und Rechnungen nicht pünktlich zahlen können. Suchen Sie das Gespräch mit den Gläubigern - das ist in jedem Fall besser, als gar nichts zu tun. Wenden Sie sich an eine Schuldnerberatung, wenn Sie sich überfordert fühlen.

Beste Filialbank Deutschlands
Quelle: Bankentest €uro 05/2017